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Wildtier des Montas

Juli 2019: Die Waldameise

Sie sind klein, emsig und wir begegnen ihnen überall. Ameisen leben mitten unter uns und sind für ihren großen Fleiß und ihre Kraft bekannt. Etwa 15.000 verschiedene Ameisenarten gibt es weltweit, 110 davon leben in Deutschland.

Unsere auffälligste, bekannteste Gattung ist wohl die Waldameise. Ihre bis zu zwei Meter hohen und ebenso tiefen Nesthügel sieht man vor allem bei Waldspaziergängen. Im Frühling klettern die ersten Arbeiterinnen auf die Hügel und tanken Sonnenwärme, um dann als kleine Heizstrahler wieder im Bau ihre Artgenossen zu wärmen.

Jetzt im Juli enden ihre Hochzeitsflüge, die deutlich zeigen, dass Ameisen zu den Hautflüglern gehören und damit Verwandte der Bienen und Hummeln sind. Wie bei einer Invasion schwärmen geflügelte Männchen und geflügelte Jungköniginnen massenhaft aus verschiedenen Nestern. Nach der Begattung tragen die Königinnen einen beachtlichen Spermienvorrat in einer Samentasche bei sich, der ihr Leben lang reichen wird.

20 Jahre alt kann eine Königin werden, die Arbeiterinnen werden bis zu 6 Jahre alt. Die Männchen sind somit überflüssig und sterben. Die Königinnen brechen sich die Flügel ab und suchen nach einem Neststandort. Landen sie dabei in der Nähe eines Nestes mit mehreren Königinnen, werden sie von den Arbeiterinnen verschleppt und im Bau adoptiert, ob sie wollen oder nicht. Je nach Waldameisenart können mehrere tausend Königinnen in einem Ameisenbau leben, der dann aber auch aus mehreren Millionen Tieren besteht.

Im Ameisenstaat herrscht Arbeitsteilung und jedes Individuum hat seine eigene Aufgabe, die mit zunehmender Erfahrung wechseln kann. Es gibt im Innendienst Erzieherinnen, die sich um den Nachwuchs kümmern, ihn und die Königin reinigen, nach ihren Bedürfnissen in andere Kammern tragen und füttern, so wie Handwerkerinnen, die das Nest reparieren. Der Außendienst besteht aus Läusemelkerinnen, Jägerinnen, Wächterinnen, Trägerinnen, Bauarbeiterinnen uns Späherinnen. So eine kräftige Außendienstlerin kann das 40-fache ihres eigenen Körpergewichts tragen. Wird eine Arbeiterin übrigens krank, kehrt sie nicht in den Bau oder die Arbeit zurück. Sie hält sich von ihren Artgenossen fern, um sie nicht anzustecken und knappert gezielt Heilkräuter.

Solch eine enorme Anzahl Ameisen will ernährt werden. Komplexe Straßensysteme führen zu den jeweiligen Arbeitsbereichen und Läuse werden kampfbereit beschützt. Dabei leisten die Ameisen einen enormen Beitrag im Ökosystem. Ein Millionenstaat holt jährlich 28 kg Insekten aus der Umgebung, darunter auch viele Forstschädlinge und bietet selbst Nahrungsgrundlage für viele Tiere. Zudem lassen 150 Pflanzenarten ihre Samen von Ameisen verbreiten, dazu statten sie diese mit süßen Beuteln aus, so dass die Schleckermäuler sie besonders gerne einsammeln. 

Waldameisen gelten in Deutschland als besonders geschützt und stehen auf der Vorwarnliste.

Generell sind Ameisen die Gesundheitspolizei der Natur und für ein funktionierendes Ökosystem unentbehrlich. Deshalb sollten sie außerhalb der Wohnung auf keinen Fall bekämpft werden.