Wildtier des Monats März

„Vorsicht Krötenwanderung“ - Warndreiecke und grüne, kleine Zäune am Straßenrand sind jetzt im März überall zu entdecken. Es ist die Zeit der großen Erdkrötenwanderung. Sie wandern von ihren Jagd- und Winterquartieren in Wald, Wiesen und Gärten zu ihren Geburtsgewässern, um zu laichen. Auch andere Lurche wandern jetzt, jedoch verteilt sich ihre Wanderaktivität über einen größeren Zeitraum.

In Deutschland gibt es 4 Kröten-, 7 Frosch-, 2 Unken-, 4 Molch- und 2 Salamanderarten. Zuerst starten die Männchen ihre Wanderung und warten in den Laichgewässern auf die später eintreffenden Weibchen. Trifft ein Männchen unterwegs ein Weibchen so klammert er sich auf ihren Rücken und lässt sich den restlichen Weg tragen. Ganz untätig ist er dabei aber nicht, jedes weitere Männchen wird mit energischen Tritten ferngehalten. Zwischen 6 und 12 Stunden kann der Laichvorgang dauern, dabei werden in Schnüren bis zu 6000 Eier gelegt.

Die Erdkröte ist unsere häufigste Krötenart. Ihre Haut ist mit einem Kontaktgift benetzt, das nicht nur Fressfeinde fernhalten soll, sondern auch vor Hautpilz schützt. Auch die Kaulquappen schmecken bitter und werden deshalb von vielen Fischen wieder ausgespuckt. Für uns Menschen sind die Gifte ungefährlich und wir bekommen davon sicher auch keine Warzen. Diese üble Nachrede ist nur eine von vielen, die der Mensch den nachtaktiven Kröten angedichtet hat. Sie wurden früher als Boten des Teufels und Begleiter von Hexen gesehen. Deshalb sollen viele im Kerker sitzende Frauen auftauchende Kröten sogar verschluckt haben, um nicht als Hexe verdächtigt zu werden. Dabei sind Kröten sehr nützliche Landschaftsbewohner. Sie ernähren sich von zahlreichen Insekten, Asseln, Spinnen und Würmern. Wer Kröten im eigenen Garten haben möchte, muss genügend kühle, dunkle und feuchte Verstecke bereitstellen und auf Insektenschutzmittel verzichten.Über einen naturbelassenen, kleinen Teich würden sie sich besonders freuen.

Die Haupttodesursache der Kröten ist der Straßenverkehr. Deshalb unsere Bitte an alle Tierfreunde: Bitte fahren Sie jetzt besonders langsam und vorsichtig, beachten Sie die Warnschilder und weichen Sie wandernden Kröten aus oder tragen Sie sie über die Straße.