WARNUNG

 

Rasenroboter:
Tödliche Gefahr für Igel

 

Rasenroboter werden immer günstiger und damit auch beliebter. Dieser Umstand bereitet vielen Naturschützern große Sorge und trifft auch uns im Tierheim München hart. Erneut haben wir einen noch lebenden Unfalligel bekommen, der Opfer eines Rasenmähroboters wurde. Der Anblick des leidenden Tiers, dem der gesamte obere Teil der Schnauze bis zum zersplitterten Nasenknochen fehlte, die Zunge freiliegend sichtbar und bei jedem Atemzug blubberndes Blut aus den Atemöffnungen direkt am Knochen, werden unsere Wildtierpfleger und Tierärzte so bald nicht vergessen. 

Diesem armen Tier und dem Großteil der Mähroboteropfer kann nur noch durch Einschläferung geholfen werden. Nur ein einziges Tier, das am Hinterteil erwischt und, dem der Schwanz abgemäht, sowie eine tiefe Wunde zugefügt wurde, konnte gerettet werden. Alle anderen Igel kamen schon verstorben an oder mussten schnellst möglichst erlöst werden. 

Dabei hat sich die Anzahl der durch Mähroboter verletzten Igel, die im Tierheim München abgegeben wurden, im Vergleich zum letzten Jahr verdoppelt. Meist sind es die Nachbarn der Roboterbesitzer, die das verletzte Tier finden, welches noch versucht hat sich vom Unfallort weg in Sicherheit zu schleppen.

Wie kann es zu solchen Unfällen kommen? Vielen Roboterbesitzern ist gar nicht bewusst, dass ihre Mähhilfen solche Verletzungen hervorrufen, liegen diese doch viel zu tief und weichen einem Hindernis aus. Doch das trifft nur auf die wenigsten, meist sehr teuren Exemplare zu. Manche Roboter haben ihre Klinge sehr weit mittig und tragen empfindsame Sensoren in alle Richtungen. Solche Modelle weichen oft auch sehr kleinen Hindernissen aus und bemerken den Igel noch bevor die Klinge ihn erreichen kann. 

Doch die günstigen Modelle sind verständlicherweise nicht mit so aufwendigen Upgrades ausgestattet und fahren über Hindernisse entweder drüber, weichen nur großen Hindernissen aus oder reagieren viel zu spät. Oft sitzt hier die Klinge auch sehr nah am Rand, so dass sie bereits erheblichen Schaden angerichtet hat bis der Roboter das Hindernis überhaupt wahrnimmt. Auch die Stiftung Warentest hat dazu ein Testvideo im Internet veröffentlicht, in dem sehr deutlich zu sehen ist, wie der Großteil der Robotertypen Äpfel halb zerfetzt und Schuhe anschneidet. 

Selbst die Hersteller empfehlen in der Bedienungsanleitung, die Roboter nicht während der Anwesenheit von Kindern oder Haustieren laufen zu lassen. Deshalb lassen viele Gartenbesitzer ihre Roboter nachts mähen. Doch nachts sind viele Wildtiere, inklusive dem Igel aktiv und fallen den Mährobotern zahlreich zum Opfer. 

Auch wenn die Hochzeit der Igelgeburten im August und September liegt, haben auch jetzt schon einige Igel Nachwuchs bekommen und die kleinen Stacheltiere werden in den nächsten Wochen auf ihre ersten Erkundungstouren gehen. So ein kleines Igelkind kann dabei auch kleiner als ein Tennisball sein und wird schnell Opfer der mechanischen Mähhilfe. Übrig bleiben dann meist nur noch Stacheln und Körperreste. 

Generell halten wir es sowohl aus Tierschutz- als auch aus Naturschutzgründen nicht für empfehlenswert, seinen Rasen ständig mit einem Rasenroboter kurz zu halten, denn so werden auch viele Insekten, Kleinsäuger und Schnecken vernichtet, die wichtig für das Ökosystem sind und wiederum Nahrungsquelle für viele andere Tiere darstellen. 

Wer allerdings nicht auf diese Form der Mähhilfe verzichten möchte, den bitten wir inständig, den Roboter nur tagsüber und unter Aufsicht laufen zu lassen!

Am besten gehen Sie die Mähfläche vorher einmal komplett ab, um sicher kein verirrtes Igelkind zu übersehen. Die machen ihre ersten Ausflüge nämlich gerne auch mal tagsüber. 

Im Namen der Igel und anderen Tiere bitten wir Sie: Nehmen Sie Rücksicht und sein Sie wachsam!

 

Für die schrecklichen Bilder möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen. Wir halten ihre Veröffentlichung aber für notwendig, um über das Ausmaß der Gefahr aufzuklären.