Silberreiher

Seidenreiher

Wildtier des Monats Dezember

Reinweiß wie frisch gefallener Schnee sind sie jetzt auf den Feldern, Wiesen und Äcker zu sehen. Große, weiße Reihervögel die anmutig über die matschigen Landschaften schreiten und gerade ohne die weiße Winterpracht besonders auffallen. Im Sommer sieht man sie selten. Silberreiher brüten kaum in Deutschland, aber sie besuchen uns im Winter, um sich hier vor allem von Wühlmäusen zu ernähren. Der Klimawandel und die immer milder werdenden Winter sorgen dafür, dass sie häufig Deutschland als Überwinterungsquartier wählen.

Auch die kleineren Seidenreiher werden ab und an bei uns gesehen. Silberreiher sind deutlich größer, haben einen orangegelben und nicht wie Seidenreiher einen schwarzen Schnabel und keine Schmuckfedern am Hinterkopf. Beide Reiherarten haben diverse Jagdmethoden entwickelt, um vor allem im Flachwasserbereich kleine Fische, Frösche, Mollusken und Wasserinsekten zu erwischen. Zur Not werden aber auch Mäuse, Eidechsen, Grashüpfer und Würmer gefressen. Teilweise jagen sie in Gruppen und scheuchen mit vibrierenden Fußbewegungen Beutetiere auf. Sie können aber auch völlig reglos auf ein Beutetier lauern oder sich nur in Zeitlupe vorwärts bewegen. 

Beide Reiherarten sind sehr soziale Vögel, die oft in gemischten Reiherkolonien brüten. Immer wieder findet man sie zwischen großen Graureiherkolonien. Selbst wenn sie häufig um Nistmaterial streiten, so dulden sie sich gegenseitig. Auch bei der Futtersuche sieht man die unterschiedlichen Reiherarten oft gemeinsam. Sie kreuzen sich allerdings bei der Paarung nicht. 

Bei den Reihern entscheidet allein das Weibchen wie das Nest auszusehen hat. Das Männchen ist nur für die Beschaffung des Materials zuständig. Die Nester befanden sich ursprünglich in Schilfbeständen am Boden. Aufgrund Rodung dieser Bereiche, weichen Reiher immer häufiger auf Bäume aus. Der Nestbau wirkt im Vergleich zu ursprünglichen Baumbrütern deutlich chaotischer. 

Seidenreiher und Silberreiher brüten bisher nur vereinzelt in Deutschland. In vielen Brutgebieten Europas waren die Vögel zu Beginn des 20. Jahrhunderts beinahe ausgerottet. Ihre hübschen, weißen Federn waren in der Modeindustrie sehr beliebt und die Vögel wurden stark bejagt. Zusätzlich litten sie unter starkem Lebensraumverlust. Schilfgürtel, die sie bevorzugt als Brutmöglichkeiten nutzen, wurden stark gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt und verbaut. Auch Freizeitbetrieb an Seen zur Brutzeit führt oft zu einem Brutabbruch. 

Deshalb sollte zur Vogelbrutsaison dringend auf Hinweisschilder geachtet und diese befolgt werden. Wird ein Vogelnest entdeckt, sollte man sich diesem nicht nähern und die Tiere nicht stören.