Wildtier des Monats: Der Schwalbenschwanz

Was machen Schmetterlinge eigentlich im Winter? Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, haben die filigranen Falter unterschiedliche Strategien entwickelt. Einige Schmetterlingsarten wandern wie Zugvögel in wärmere Gebiete ab. Die Schmetterlinge, die hierbleiben, überwintern je nach Art entweder als Ei, Raupe, Puppe oder als erwachsener Schmetterling.

Der Schwalbenschwanz gehört zu unseren größten und schönsten Tagfaltern. Mit seinem eleganten, segelnden Flug und seiner gelb-blauen Färbung ist er besonders eindrucksvoll. Ihren Namen verdanken die Schwalbenschwänze ihrem schwanzförmigen Fortsatz an den Hinterflügeln. Sie überwintern als Puppe festgeheftet an Pflanzenstengeln, Mauerwerk oder Bäumen. Diese Überwinterungsmethode birgt aber einige Gefahren und ist neben Pestiziden ein Grund für ihre Seltenheit. Denn mit unserem Ordnungssinn und Aufräumdrang im Herbst, beseitigen wir mit den abgestorbenen Pflanzen auch die Kokons, die dort überwintern wollten. Diese überstehen weggeschmissen oder gar gequetscht den Putzdrang im heimischen Garten nicht. 

Aus den überlebenden Kokons schlüpfen im April die ersten Schmetterlinge. Um bei ihrer Seltenheit einen Partner zu finden, sammeln sich beide Geschlechter an gut sichtbaren Hügeln, Türmen oder Burgruinen. Die Weibchen verteilen ihre 150 Eier so, dass eine Wirtspflanze nur wenig Raupen füttern muss. Im Juli und August wird dann die nächste Generation geboren und in guten Jahren und je nach Region erscheint im September die dritte Generation in einem Jahr. Diese überwintert als Kokon und schlüpft erst im Frühjahr als Schmetterling. 

Da Raupen in der Tierwelt als Delikatesse gelten, tarnt sich die junge schwarz gefärbte Raupe mit weißem Sattelfleck als deutlich weniger appetitlicher Vogelkot. Die ausgewachsene grüne Raupe mit schwarzen Querstreifen und gelben oder orangen Punkten hat eine andere Strategie. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, besitzen Ritterfalterraupen eine ausstülpbare Nackengabel. Dieses orange bis rötliche und fleischige Gebilde schreckt nicht nur optisch Fressfeinde ab, es verbreitet auch ein übelriechendes Sekret. Selbst für Ameisen ist dieser Geruch so abstoßend, dass sie die Raupe meiden. 

Wer Schwalbenschwänzen helfen und sie in seinem Garten bewundern möchte, der sollte die Nahrungspflanzen der Raupen anbauen. Sie ernähren sich von Doldenblütlern wie die wilde Möhre, Dill oder Fenchel. Ebenso sollte man im Herbst auf das Aufräumen von abgestorbenen Pflanzen verzichten, dieses auf April verschieben oder die Pflanzenteile vorsichtig auf Kokons untersuchen