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Ein Herz für Igel

Igelschutz im Herbst

Mit einem igelfreundlichen Garten oder durch Zufütterung kann jeder helfen, Igel sicher über den Winter zu bringen. Igel, die krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark untergewichtig sind, brauchen allerdings Hilfe von Fachleuten.

„Hilfsbedürftige Igel erkennt man daran, dass sie abgemagert erscheinen oder sich apathisch verhalten. Bevor ein Igel aber vorschnell in Pflege genommen wird, sollte man das Tier erstmal beobachten und zunächst bei uns im Tierschutzverein um fachlichen Rat fragen“, rät Lydia Schübel, unsere Wildtierexpertin. Denn wenn Igel nicht verletzt oder krank erscheinen bzw. stark von Parasiten, wie Flöhen, Zecken oder Fliegenlarven, befallen sind, sind sie draußen in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben.

Den Garten igelfreundlich gestalten:

Tagsüber verstecken sich Igel im Herbst gern in Kompost- oder Reisighaufen oder einer Hecke. Da aufgehäufte Gartenabfälle ein ideales Quartier für den fünf- bis sechsmonatigen Winterschlaf der Tiere sind, lässt man diese am besten liegen. Werden sie dennoch entfernt, sollte man zunächst prüfen, ob ein Igel sich dort eingerichtet hat. 

Statt zu Laubsaugern und –bläsern greift man besser zu Rechen oder Harke, denn erstere können zu einer Gefahr werden, da sie kleinere Igel einsaugen und töten können. Außerdem entfernen die Geräte nicht nur Laub, sondern auch Insekten, Würmer und Weichtiere, die Igeln als Nahrung dienen. 

Auch Mährobotor sind ein „No-Go“, da diese die Igel – insbesondere, wenn sie nachts laufen – schwer verletzen oder töten können. Da Igel bei ihrer Nahrungssuche weite Strecken zurücklegen, sollte ein igelfreundlicher Garten immer Durchgänge zu anderen Gärten besitzen. 

Jungigel können gefüttert werden:

Igelmännchen beginnen je nach Witterung ab Anfang Oktober mit dem Winterschlaf. Es folgen die Weibchen, die nach der Jungenaufzucht noch mehr Energie aufnehmen müssen. Jungigel ziehen sich noch später – zum Wintereinbruch mit Dauerfrost über mehrere Nächte – zurück. Bis dahin müssen sie sich ausreichend Fettreserven, bis zu einem Gesamtgewicht von mindestens 500 Gramm anfressen, damit sie ihren ersten Winter überstehen. 

Igeljungtiere, die jetzt - im Oktober - noch keine 500 Gramm haben, benötigen noch nicht zwingend Hilfe. 70-80% der Igel werden erst im August und September geboren. Sie brauchen natürlicherweise etwas Zeit um ihr Winterschlafgewicht zu erreichen, nehmen aber bei gutem Futterangebot rasch zu. Liegt in Gärten und Parks genügend heruntergefallenes Laub, finden sie meist ausreichend zu fressen. 

Im Herbst kann für junge Igel auch eine Zufütterung durch den Menschen sinnvoll sein. Dabei sollte man auf eine artgerechte Fütterung achten, etwa mit hochwertigem Katzendosenfutter mit mindestens 60% Fleischanteil, gemischt mit Haferflocken oder Weizenkleie. Milch und Essenreste sind dagegen ungeeignet.