175 Jahre Tierschutzverein München

Pioniere der europäischen Tierschutzbewegung

Die lange Tradition des Tierschutzverein München e.V. begann am 10. März 1842 auf Initiative des Münchner Hofrates Dr. Ignaz Perner, der den Verein unter dem Vorsitz des bayerischen Finanzministers Graf von Seinsheim bis 1864 geschäftsführend leitete.

Tierschutzarbeit bedeutete für die Gründerväter des Münchner Tierschutzvereins vor allem Aufklärung. Mit Zeitungsartikeln und Druckschriften aller Art, durch die Einbindung von Mitgliedern, Geistlichen oder Lehrern sowie durch Vortragsveranstaltungen versuchte der Verein im Rahmen einer breiten öffentlichen Diskussion, die allerschlimmsten Tierquälereien anzuprangern und mit Hilfe von Verordnungen und Gesetzen abzuschaffen.

Drei Vereinsziele standen anfangs im Vordergrund: Das Knebeln des Schlachtviehs, die Misshandlung der Pferde und die Anwesenheit der Jugend beim Schlachten abzuschaffen. Die Münchner Tierschützer gingen von der Überlegung aus, dass es auf die Menschen verrohend wirkt, wenn sie Tiere quälen und ein direkter Zusammenhang zwischen Kriminalität und Tierquälerei besteht. Bürger aus allen Gesellschafts- und Berufsschichten waren aufgerufen beim Tierschutz mitzuhelfen.

Schon ein Jahr nach seiner Gründung hatte der Münchner Tierschutzverein 76 „Filialvereine“ mit mehr als 3.000 Mitgliedern und war damit in Rekordzeit zum größten Tierschutzverein Europas geworden. Heute ist der Tierschutzverein München e.V. mit rund 12.000 Mitgliedern und einem eigenen modernen Tierheim mit ca. 8.000 aufgenommenen Tieren jährlich, noch immer führend in der deutschen und europäischen Tierschutzbewegung. Im Rahmen zahlreicher Tierschutzprojekte arbeitet er erfolgreich mit anderen Tierschutzorganisationen zusammen.

Vereinsgeschichte

  • 1842 Gründung des Münchner Tierschutzvereins in München
  • 1850 Der Münchner Tierschutzverein ist Zentrum der europäischen Tierschutzbewegung
  • 1868 Der Verein eröffnet eine „Armenpraxis“ und behandelt Tiere armer Leute kostenlos
  • 1869 Der erste Tieraufseher wird vom Magistrat bestellt und soll Tierquälereien verhindern
  • 1871 Tierquälerei wird durch § 360 des Reichsstrafgesetzbuches unter Strafe gestellt
  • 1879 Der erste Tierschutz-Kongress deutscher Tierschutzvereine findet in Gotha statt
  • 1890 Die erste Mitgliederzeitschrift mit dem Titel „Allgemeine Deutsche Tierschutzblätter“ erscheint
  • 1928 In Karlsfeld bei München wird das erste Tierheim errichtet
  • 1929 Auf Initiative des Münchner Tierschutzvereins tritt ein bayernweites Schächtungsverbot in Kraft
  • 1934 Der Münchner Tierschutzverein wird während der nationalsozialistischen Zeit aufgelöst
  • 1947 Der Münchner Tierschutzverein erhält die Lizenz zur Ausübung des Tierschutzes
  • 1948 Der Münchner Tierschutzverein initiiert die "Welttierschutzwoche", gefeiert in der 1.Oktoberwoche
  • 1956 Eröffnung des Ignaz-Perner-Tierheims an der Riemer Straße
  • 1968 Errichtung eines Tierhauses für Exoten, vor allem für Primaten in Not
  • 1971 Errichtung eines Tierkrematoriums
  • 1981 Die neue Mitgliederzeitschrift "Tierschutz in München" erscheint
  • 1984 Eröffnung eines Gnadenhofes in Kirchasch bei Erding
  • 2000 Der Tierschutzverein München e.V. beginnt Tierpfleger auszubilden
  • 2004 Netzwerk "Rettung für Affen in Not" in Zusammenarbeit mit der Stiftung AAP/Niederlande
  • 2007 Gründung der Stiftung "Tierschutz München"
  • 2008 Bau eines Urnenparks zur Beisetzung eingeäscherter Tiere
  • 2009 Eröffnung eines Hundehauses mit Gruppenhaltung
  • 2016 Eröffnung des ersten Münchner Katzendorfs