Zwischen Lückenfüllen, Lockerungen und der Ferienzeit.

Ist Corona endlich vorbei? Nun, das weiß man noch nicht so genau. Nachdem die Inzidenzwerte mancherorts fast auf Null sanken, wähnten sich die Deutschen um Pfingsten rum in Sicherheit und das Ende der Pandemie schien nah. Nach und nach machte (fast) alles auf und etliche Maßnahmen zur Eindämmung wurden gelockert. „Juhu, der Sommerurlaub auf den Kanaren ist gesichert! Doch was machen wir jetzt mit Fiffi und Miezi?“

Nach dem Corona-Haustierboom während der beiden Lockdowns im Frühjahr 2020 und im Winter 2020/21 sehen sich nun zahlreiche Neu-Haustierbesitzer – unpassender Weise kurz vor den bayerischen Sommerferien – einer extremen Knappheit auf dem Markt der Tierpensionen und mobilen Haustier-Urlaubsbetreuungen ausgesetzt. „Wie… alle schon voll, leider ausgebucht und überlastet!? Ja potzblitz, wer konnte das denn ahnen?! Nun ja, da bleibt ja quasi nur noch die Abgabe im Tierheim – oder wir lassen ihn einfach hier, es wird ihn schon jemand finden...“

Für uns Tierheim-Menschen ist es leider der gewohnte, alljährliche Wahnsinn – nur eben noch ein bisschen „doller“ als vor Corona. Eine richtige „Abgabewelle“, wie wir es befürchtet haben, ist bisher gottseidank ausgeblieben. Aber noch sind wir auch nicht zurück in der Normalität und Delta steht in den Startlöchern. Viele Firmen bieten erstmal noch weiterhin Home Office für ihre MitarbeiterInnen an, es gibt weiterhin kaum Veranstaltungen und auch Reisen geht nur unter Vorbehalt. Da könnte also noch einiges auf uns zu kommen.

Dennoch ist unser Tierheim, wie jeden Sommer, voll. Alle Abteilungen sind an der Belastungsgrenze, führen Wartelisten für neue Abgabetiere und können momentan nur noch Notfälle sofort aufnehmen. Das liegt zum einen am Dilemma der Urlaubsbetreuung für die letztes Jahr oder schon früher angeschafften Haustiere und zum anderen an der sinkenden Nachfrage während der Sommermonate. Die Aufnahme eines neuen Mitbewohners aus dem Tierheim hebt man sich (verständlicherweise) bis nach den Ferien auf. Schon immer haben wir im Herbst und Winter, wenn die Menschen auch ohne Lockdown viel zu Hause sind, mehr Tiere vermittelt als im Frühjahr und Sommer. So staut sich einfach ein hoher Tierbestand an, der unsere PflegerInnen auf Trab hält und für Platzmangel sorgt.

Nein, wir können leider keine Urlaubsbetreuung anbieten. Dazu fehlen uns aus oben geschilderten Gründen einfach die Kapazitäten und unter uns gesagt – so fein wir es unseren Schützlingen im Rahmen unserer Möglichkeiten auch machen – Tierheim ist kein Zuckerschlecken und bereitet den meisten Tieren enormen Stress. Die Abgabe im Heim sollte immer nur die letzte Notlösung sein. Eine halbwegs entspannte Urlaubsbetreuung sieht für eure Lieblinge wirklich anders aus!

Bitte kümmert euch frühzeitig, nicht erst Tage vor dem Reisetermin, um eine Lösung. Im Idealfall findet ihr Freunde, Verwandte oder Bekannte, die während eurer Abwesenheit bei euch wohnen und euch als Herrchen/Frauchen im gewohnten Umfeld vertreten. Klar, das ist meist nicht möglich. Hunde (als nicht so ortsgebundene Tiere wie z.B. Katzen) können natürlich auch bei euren Bekannten daheim „Urlaub machen“. Für Katzen ist es dagegen immer noch besser, wenn jemand täglich bei ihnen zu Hause vorbeikommt, sie nicht nur füttert, frisches Wasser gibt und das Katzenklo reinigt, sondern auch einige Zeit mit ihnen verbringt, damit sie sich nicht so einsam fühlen. Eine weitere Option ist natürlich die professionelle Tierpension oder mobile Tierbetreuung, sofern ihr diese vorher selbst auf Vertrauenswürdigkeit überprüft und rechtzeitig bucht.

Schließlich, wenn alle Stricke reißen und ihr einfach keine Betreuungslösung für eure Haustiere findet, sucht ein Reiseziel und eine Unterkunft aus, zu der ihr eure Hunde mitnehmen könnt – Urlaub MIT ihnen ist sowieso viel schöner – oder bleibt im Zweifelsfall einfach mit ihnen daheim.

#tieresindkeinewegwerfartikel #urlaubsbetreuung

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