Tipps vom Tierarzt für Tierfreunde in München

Gebärmuttervereiterung

Eine Krankheit der weiblichen Geschlechtsorgane

Die Gebärmutter füllt sich mit Eiter, wird damit zu einem hohen Gesundheitsrisiko und kann – unbehandelt – den Tod des Tieres zur Folge haben. Gehört haben Sie von dieser Erkrankung sicher alle schon einmal und viele von Ihnen werden eine Hündin oder eine Kätzin kennen, die eine Pyometra hatte. 

Wie kommt es dazu?

Die Gebärmutterschleimhaut, also sozusagen die Innenauskleidung dieses Organs, ist hochempfindlich gegenüber hormonellen Einflüssen. Der hormonelle Status des Tieres schwankt im Normalfall immer hin und her zwischen Läufigkeit bzw. Rolligkeit und den Ruhephasen, unterbrochen von eventuell eintretender Trächtigkeit und Säugeperioden. Dieses Wechselspiel ist fein abgestimmt und hoch kompliziert und alles, was kompliziert ist, ist auch störanfällig.

Allein das fortschreitende Alter des Tieres kann zu Unregelmäßigkeiten im Hormonhaushalt führen. Häufig finden wir dann bereits zystische Veränderungen der Eierstöcke, die maßgeblich am Geschehen beteiligt sind. Aber wir Tierhalter tun auch in den jungen Jahren unserer Lieblinge einiges dazu, den Hormonhaushalt durcheinander zu bringen. Erwähnen möchte ich hier nur Läufigkeitsunterdrückungen und Abtreibungen.

Auf all den „Waschzetteln“ der Medikamente, die wir Tierärzte dazu benötigen, ist die Endometritis, also die Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, als mögliche Nebenwirkung genannt. Natürlich muss es nicht dazu kommen, aber es kann. Lassen Sie sich beraten von Ihrem Haustierarzt über Nutzen und Risiken dieser Behandlungen.

Was aber, wenn es zu einer Gebärmuttervereiterung gekommen ist?

Die häufigste Behandlung ist die operative Entfernung des Organs. Nur Ihr Tierarzt kann entscheiden, ob der Versuch einer konservativen Therapie (also mit Medikamenten) noch möglich und sinnvoll ist. Wichtig ist, dass Sie Ihren Tierarzt rechtzeitig aufsuchen. Die Eitermassen im Inneren der Gebärmutter schädigen über Giftstoffe, die ins Blut gelangen, lebenswichtige Organe wie Leber und Nieren.

Was sollte Ihnen also auffallen an Ihrer Hündin oder Kätzin? Auf was müssen sie achten?

Relativ einfach zu erkennen ist die so genannte offene Form. „Offen“ bezieht sich hier auf den Muttermund, das heißt, der Inhalt der Gebärmutter hat eine Abflussmöglichkeit und äußert sich in Scheidenausfluss. Jegliche Form von Ausfluss sollte sie veranlassen, den Tierarzt aufzusuchen, ebenso Blutungen, die nicht in Zusammenhang mit der Läufigkeit stehen.

Heimtückischer ist die geschlossene Form. Der Muttermund ist zu, es kommt zu keinem Ausfluss. Manchmal haben diese Tiere sichtbare Schmerzen, legen sich vorsichtiger hin, stehen schwerer auf. Sie zeigen meist ein reduziertes Allgemeinbefinden, fressen vielleicht schlecht, trinken häufig vermehrt. Die Zeichen sind hier nicht eindeutig. All diese Symptome können auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden. Sie selbst sollen die Pyometra ja auch nicht diagnostizieren, aber Sie sollen wachsam sein. Gerade wenn das Tier älter ist, ist der Zeitpunkt, an dem die Erkrankung entdeckt und behandelt wird von entscheidender Bedeutung für die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit des Patienten.