Tipps vom Tierarzt für Tierfreunde in München

Durchfall

Jeder Hunde- und Katzenbesitzer kennt das Problem...

Breiig, wässrig, schleimig, blutig – die Durchfall-Variationen sind ebenso vielfältig wie die Ursachen: Fehlfütterung, Parasiten, Bakterien, Viren, Futtermittelallergie... Darauf soll hier nicht näher eingegangen werden, dies herauszufinden ist gegebenenfalls Sache Ihres Tierarztes.

Doch was machen Sie in den Stunden bevor Sie Ihren Tierarzt aufsuchen können? Das soll hier unser Thema sein.

Wenn der Durchfall mit Erbrechen einhergeht, hören Sie auf zu füttern. Bei Durchfall ohne Erbrechen mit erhaltenem Appetit gibt es leichte Kost: Reis mit Huhn, Kartoffelbrei mit Hüttenkäse, wenn vorhanden handelsübliche Magen-Darm-Diäten, trocken oder aus der Dose.

Ganz wichtig ist der Flüssigkeitsersatz, denn über den dünnen Stuhl geht dem Körper viel Wasser verloren, ebenso lebenswichtige Salze. Es gibt fertige Multielektrolytpräparate beim Tierarzt oder in der Apotheke zu kaufen. Oft werden diese in Wasser aufgelösten Pulver aber nicht gerne getrunken, so dass Ihr Tier lieber nichts trinkt als das, was Sie ihm hingestellt haben.

Ein Alternativgetränk können Sie selbst herstellen:

1 Liter abgekochtes Wasser
+ 1 Esslöffel Traubenzucker
+ 1 Teelöffel Kochsalz, abkühlen lassen und in die Trinkschale füllen.

Dieses Getränk ist nicht so gut wie die fertigen Präparaten, aber das wichtige Salz und ein kleiner Energielieferant in Form der Glukose werden zugeführt.

Geraten Sie nicht in Panik, wenn der Durchfall Blutbeimengungen enthält. Der Fleischfresserdarm blutet bei Reizungen leichter als der Darm des Menschen und nicht jedes Blut bedeutet gleich, dass Ihr Tier einen Darmtumor hat.

Noch ein Wort zu möglichen Medikamenten: lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt ein passendes Spasmolytikum geben, das Sie in Ihrer Hausapotheke vorrätig halten. Solche Präparate sind krampflösend und schmerzlindernd und können für Sie eine große Hilfe sein. Grundsätzlich gilt aber: je heftiger der Durchfall und um so gravierender die Begleitsymptomatik (Erbrechen, Fieber, gestörtes Allgemeinbefinden), um so rascher ist das Tier einem Tierarzt vorzustellen, denn dann ist Gefahr im Verzug und das Krankheitsgeschehen nicht mit Hausmitteln und Diät zu beherrschen.