In der Presse - Tierschutzverein München

Tierheim braucht Geld für Renovierungen

MM 20.03.2015

Um mehr als 8000 Tiere kümmerte sich das Tierheim München im vergangenen Jahr. Damit der Tierschutzverein auch weiterhin vielen heimatlosen Vierbeinern Zuflucht gewähren kann, muss dringend modernisiert werden. Man hofft auf Spenden – und die Unterstützung der Stadt. Die momentan ungewöhnlichsten Schützlinge des Münchner Tierschutzvereins heißen Caky und Fernando, sind sieben Jahre alt und vermutlich überaus treffsicher: Denn Caky und Fernando sind Lamas, und die sind ja unter anderem für ihr Spuck-Talent bekannt. Seit drei Wochen sind die beiden im Münchner Tierheim untergebracht. Neben Caky und Fernando kümmert man sich hier in Riem vor allem um jede Menge weniger exotische Vierbeiner wie Hunde, Katzen und Kaninchen.

8033 Tiere befanden sich insgesamt im vergangen Jahr in der Obhut der Tierschützer – 240 mehr als im Vorjahr. Dass seit Jahren die Belegungszahlen im Tierheim zunehmen, erklärt sich Tierschutzvorstand Kurt Perlinger auch mit dem blühenden Onlinehandel mit Tieren: „Da kaufen sich Leute, ohne zu überlegen, einen Welpen und sind dann überfordert, wenn Tierarzt- und Unterhaltskosten kommen“, sagte er gestern auf der Pressekonferenz zur Abschlussbilanz des Tierschutzvereins für das Jahr 2014. Zu den steigenden Abgabezahlen im Tierheim kommt noch ein weiteres Problem: Große Teile der in den 60er-Jahren erbauten Anlage sind in die Jahre gekommen und müssen dringend modernisiert werden.

Gut sichtbar sind die Herausforderungen beispielsweise bei der Kaninchen- und Hasen-Unterbringung. Ein „Riesenproblem“ nennt Perlinger die Kleintierschwemme, die das Tierheim in den letzten Jahren erreicht hat: „Vor 15 Jahren gab es noch 300 Kleintiere, im vergangenen Jahr waren es 3000.“ Deswegen muss ein Teil der Langohren an der Riemer Straße momentan im Keller untergebracht werden, ein Zustand, den auch Tierheimleiterin Sandra Giltner als „nicht tiergerecht“ beschreibt. „Und auch für die Mitarbeiter, die hier acht bis 12 Stunden ohne Licht und im Staub arbeiten, ist die momentane Situation alles andere als ideal.“ Bis zum Sommer möchte man die Situation mit einem Anbau in den Griff bekommen. 200 000 Euro wird der kosten. Und in der ehemaligen Eichhörnchen-Behausung hat das Kleinvieh im wahrsten Sinne des Wortes auch Mist gemacht – viel Mist: An Fußböden und Wänden hatte der Urin der Nager über Jahre Erosionen verursacht. Im Innenbereich wird momentan grundsaniert und auch im Außengehege muss ein durch Nässe angefaulter tragender Balken ausgetauscht werden.

Geld für Renovierungen und Anbauten wird also dringend benötigt: 400 000 bis 500 000 Euro, die der Tierschutzverein nicht selber wird erwirtschaften können, werden in den kommenden zehn Jahren jährlich für Modernisierungen benötigt, schätzt man. Das schließt auch den Bau eines dringend notwendigen neuen Hundehauses mit ein. Hierbei ist man auf Hilfe von außen angewiesen. Denn auch wenn das Zwei-Millionen-Defizit, das den Tierschutzverein 2012 an den Rand des Ruins getrieben hatte, mittlerweile der Vergangenheit angehört, schließt man auch 2014 die Bücher mit einem Minus von 320 000 Euro.

Tag der Kaninchen: am kommenden Sonntag gibt das Tierheim an der Riemer Straße 270 von 13 bis 17 Uhr Tipps für die artgerechte Haltung der Langohren. Dazu gibt es einen Flohmarkt, Kaffee und Kuchen und die Möglichkeit sich über die mögliche Vermittlung eines Tierheimnagers zu informieren.