Tierschutz für München - Gemeinsam stark gegen Tierleid!

Protestkundgebung am Odeonsplatz

Jedes Jahr im Oktober geht der Tierschutzverein München e.V. wieder auf die Straße, um sich gemeinsam mit den Münchner Bürgern für die Rechte der Tiere stark zu machen. Denn in unserer Stadt gibt es noch viel zu tun, um das Leiden der Tiere zu verringern. Der Tierschutzverein München sowie befreundete Tierschutzorganisationen informieren über die wichtigsten Themen wie illegaler Welpenhandel, "Nutz"tierhaltung und das dringend notwendige Verbandsklagerecht in Bayern.

"Verbandsklage ist eine Form der Popularklage, bei der Vereine oder Verbände die Klagebefugnis zugesprochen erhalten, nicht die Verletzung eigener Rechte geltend zu machen, sondern solcher der Allgemeinheit."
"Anerkannte Tierschutzverbände haben ein Verbandsklagerecht in Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und dem Saarland (Stand: Mitte 2015). In weiteren Ländern wird die Einführung diskutiert. In Bayern wurde das Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine im Dezember 2014 und erneut im März 2016 abgelehnt."
(de.wikipedia.org/wiki/Verbandsklage)

Wir fordern das  Verbandsklagerecht im Tierschutz für Bayern!

Behörden, Gerichte und Staatsanwaltschaften sind aufgrund der bestehenden Tierschutzgesetze sowie der Verankerung des Tierschutzes in der Bayerischen Verfassung und im Grundgesetz zwar verpflichtet die Rechte der Tiere zu wahren. Aber das Vorgehen von Behörden ist bislang für Tierschutzorganisationen weder überprüfbar, noch juristisch zu beeinflussen. Das Verbandsklagerecht, das Naturschutzverbänden längst zugestanden ist, kann Abhilfe schaffen.

 


Drei Beispielfälle zeigen, warum das Verbandsklagerecht hilft, Tierleid zu verhindern:

Wir sind keine "Wühltischware"!

Illegaler Handel mit "billig produzierten Hundewelpen

Rund 500.000 Hundewelpen werden  jährlich nach Deutschland verbracht. Die meisten kommen aus Osteuropa und haben lange Fahrten in winzigen Boxen hinter sich. Viele Hunde sind so geschwächt das sie während der Fahrt sterben. Gutgläubigen Käufern werden die Tiere in Zeitungsanzeigen auf Wochenmärkten oder direkt aus dem Auto heraus auf Autobahnrastplätzen.und im Internet zu Dumpingpreisen angeboten. Die Welpen sind oft weit unter Wochen alt, viel zu früh von der Mutter getrennt, halb verhungert, häufig krank und ohne die notwendige Impfung, geschweige denn gesundheitlich untersucht. Tierschutzorganisationen sind die Hände gebunden.

Hier könnte das Verbandsklagerecht greifen denn: Die gewissenlosen Händler missachten geltendes Tierschutzrecht und tierseuchenrechtliche Bestimmungen. Sie nehmen die Einschleppung gefährlicher Tier-Seuchen billigend in Kauf. Die Deutsche Tierschutzverordnung schreibt vor, dass Welpen mindestens acht Wochen bei der Mutter bleiben müssen. Der Handel mit jüngeren Tieren ist  illegal und  der Käufer macht sich strafbar.


Wir wollen leben!

Massenhafte Tötung männlicher Küken aus Legelinien

Männliche Küken sind in der Massentierzucht unnütz und unprofitabel. Sie legen weder Eier, noch setzen sie Muskelfleisch an. Das ist das Todesurteil der Eintagsküken: In sogenannten "Musern" werden sie lebendig zu blutigem Mus zerquetscht, zerhäckselt oder vergast, und zwar massenhaft, über sechzig Millionen pro Jahr allein in Deutschland. Laut Vorschrift soll die maschinelle Massentötung schnell und effizient erfolgen, ebenso die Vergiftung mit Gas. Doch in der Praxis leiden die Tiere elendiglich. Tierschutzverbände können nichts dagegen unternehmen.

Hier könnte das Verbandsklagerecht greifen denn: Aus tierschützerischer Sicht ist die Tötung männlicher Küken ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die an rein wirtschaftlichen Interessen orientierte Produktion von Legehennen nimmt den Tod der männlichen Tiere, von vorneherein in Kauf. Mit Inkrafttreten des Staatsziels Tierschutz im Jahre 2002 ist die Massenvernichtung der Eintagsküken zudem verfassungswidrig. Die planmäßige und massenhafte Vernichtung gesunder Jungtiere aus rein ökonomischen Gründen ist auch mit der Staatszielbestimmung Tierschutz des Art 20 a im Grundgesetz unvereinbar.


Was habe ich getan, so gequält zu werden?

Vorsätzliche Misshandlung von Haustieren

Im Mai wird Katze Like zwei Jahre alt. Was das Tier an Qualen erdulden musste, kann ein Tierfreund in 100 Jahren nicht begreifen. Vom ursprünglichen Besitzer an die Ex-Lebensgefährtin verschenkt, begann das unvorstellbare Leid des Tieres. Der Freund dieser Tierhalterin hat die zierliche Katze derart malträtiert, geprügelt und gequält, dass sie zweimal halbtot in die Tierklinik verbracht werden musste. Die Diagnose: Rippenfrakturen, ausgeschlagene Zähne, Schädelbruch, offene Verletzungen und Schwellungen, Schwanzwirbelbrüche, Frakturen der Hüftpfanne und des Schambeins, Schockzustand. Erst nach dem 2. Klinikaufenthalt hat die Besitzerin das schwer geschundene Tier im Münchner Tierheim abgegeben.

Anfang August wurde in einer Kiesgrube bei Erding ein

schwer kranker Hund mit riesigen Tumoren im Leib und hochgradigem Madenbefall gefunden. Zeitlebens war er in einer Garage oder an der Kette gehalten worden, einen Tierarzt hat der 13 Jahre Rüde nie kennengelernt und Futter war eine Seltenheit für ihn. Für das Tier kam jede Hilfe zu spät, es musste von seinen Leiden und Schmerzen erlöst werden.

Mehr als diese ungeheuerliche Tierquälerei anzeigen, konnten wir nicht tun.

Hier könnte das Verbandsklagerecht greifen denn: Die Misshandlung von Tieren ist ein eindeutiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz Hiernach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet (§ 17 Nr. 1 TierSchG).

Wir vom Tierschutzverein kämpfen darum, dass Tierschutzorganisationen in Zukunft auch das Recht erhalten, allein die Interessen der Tiere vor Gericht vertreten zu können. Wir wollen auf gleicher Augenhöhe den Profiteuren von Tierleid entgegentreten. Dies ist notwendig, da die Politik und die Verwaltung allzu sehr den Einflüsterungen und der Macht der Fleisch produzierenden Industrie unterliegen. Wir wollen auch das Recht, die Interessen von Tieren, die von Menschen gequält werden unmittelbar vor die Strafgerichte zu bringen und dort uns für die Belange dieser Tiere einsetzen.

Wir fordern deshalb das sogenannte Verbandsklagerecht im Tierschutz für Bayern - wir fordern, dass das, was im Naturschutz längst schon etabliert ist und bestens funktioniert, auch im Tierschutz möglich wird.

Verbandsklage bestehend:

Seitdem das Staatsziel Tierschutz 2002 im Grundgesetz verankert wurde, kämpfen Tierschutzorganisationen für die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage und betreiben hierzu intensive Lobbyarbeit - mit Erfolg: Nach der Einführung in Bremen (2007), sowie 2013 in Hamburg, Nordrhein-Westfalen (NRW), dem Saarland und Rheinland-Pfalz (2014), beraten derzeit die Landtage von Schleswig-Holstein, Sachsen und Sachsen-Anhalt über eine Einführung.

Die Landesregierungen von Baden-Württemberg und Niedersachsen haben die Einführung des Klagerechtes in ihren Koalitionsverträgen festgeschrieben. Mittlerweile wurden in zehn Bundesländern Anträge auf Einführung des Klagerechts beraten. Sie würden in der Regel von B90/Die Grünen eingebracht, einmal von der SPD und einmal von Die Linke. Gescheitert sind sie meist an CDU und FDP.