Ein Herz für jede Rasse

Ein Herz für jede Rasse!

Bis auf wenige Bundesländer kann man in ganz Deutschland alle Rassen halten und bekommt dafür auch eine Erlaubnis. Je nach Bundesland muss man dafür verschiedene Auflagen erfüllen. Das Bundesland Thüringen hat die erst vor kurzem eingeführte Listenhunde-Verordnung wieder abgeschafft.
Mit unserer Veranstaltung möchten wir erreichen, dass unter gewissen Voraussetzungen eine Regelung zu erzielen ist, die das sogenannte "berechtigte Interesse" für die Erlaubnis zum Halten eines in der Verordnung aufgeführten Hundes (Art. 37, Abs. 1) genau definiert.

Was muss sich ändern und vor allem warum?

In der sogenannten Verordnung über „Hunde gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit“ – die sogenannte „Kampfhundeverordnung“ – sind unserer Meinung nach zwei gravierende Fehler enthalten:

1. Man geht davon aus, dass „Kampfhunde“ laut LStVG unter Art. 37, Abs 1 Satz 1 unwiderlegbar gesteigert aggressiv sind.

2. Das sogenannte „Berechtigte Interesse“ ist falsch beziehungsweise nicht genau definiert.

Diese beiden Gesetzestexte müssen geändert werden!

Zunahme der Kategorie-1-Hunde in Bayern – letztendlich auch in den Tierheimen.

1. In München nimmt aufgrund verschiedenster „Moderassen“ wie American Bully, Alauntbull, Pocket Bully und viele anderer Rassen die Anzahl der sogenannten Kategorie-1-Hunde stark zu (Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa Inu und Bandog). Jeder Hundehalter kann jederzeit in Bayern einen Hund anmelden und dabei eine Rasse angeben, die ihm selbst einfällt. Die Rasse wird bei der
Anmeldung nicht überprüft. Erst nach einer Kontrolle oder Meldung von Dritten nimmt das Problem seinen Lauf. Die Hunde kommen nach einer Wegnahme durch Behörden in ein Tierheim. 

2. Der Hundehandel mit Listenhunden wird wegen hoher Nachfrage und hoher Preise (Gewinnspanne) immer attraktiver. Immer mehr Welpenhändler bieten Hunde aus dem osteuropäischen Ausland ungeniert zum Kauf an. Diese
Listenhunde werden meistens unter einer falschen Rasse angeboten. Die Probleme entstehen dann erst später. Und wieder enden die Hunde nach der Wegnahme durch Behörden in Tierheimen.

3. Züchten von Listenhunden der Kategorie1. Immer mehr Hobbyzüchter lassen ihre meist schon illegal gehaltenen Hündinnen decken und bieten diesen Nachwuchs unter dem Deckmantel der Moderassen teuer zum Verkauf an. Die Käufer werden mit falschen Rassenamen in die Irre geführt. Die Probleme fangen nach Meldung oder Kontrolle der Behörden an und es kommt wie es kommen muss: Die Hunde kommen in ein Tierheim.

Die Vermittlung dieser Hunde aus den Tierheimen wird immer schwieriger

Österreich verschärft die Auflagen für eine Vermittlung von Deutschland aus. Viele andere Bundesländer stimmen einer Vermittlung aus einem anderen Bundesland nicht mehr zu und genehmigen diese Hunde nicht mehr. Deshalb ist hier die Politik in der Bringschuld, um Lösungen aufzuzeichnen. Wir werden die Verantwortlichen konfrontieren und bitten, uns Lösungen anzubieten.

Unser Vorschlag:

Das sogenannte „Berechtigte Interesse“ in der Verordnung (LStVG unter Art. 37, Abs 2 Satz 1) wird neu definiert und bekommt auch einen Rechtsanspruch.
1. Der Hund muss aus einem anerkannten Tierheim oder Tierschutzverein sein (wir wollen das Züchten
eindämmen!).
2. Der zukünftige Halter muss ein Führungszeugnis ohne Einträge vorlegen, damit die Zuverlässigkeit noch unterstrichen wird.
3. Vorlage eines bestandenen Wesenstest: Er widerlegt damit eindeutig die gesteigerte Aggressivität.
4. Ein Hundeführerschein muss vom Halter vorgelegt werden – er dient als Sachkundenachweis.
5. Eine eventuelle Anordnung von Leinen- und Maulkorbpflicht im Stadt oder Gemeindegebiet. 

Zusätzlich könnte eine Genehmigung erteilt werden, wenn der Hund beispielsweise in einer   Hunderettungsstaffel, als Therapie- und Blindenhund usw. ausgebildet wurde. Diese Genehmigung bescheinigt, dass keinerlei Gefahr von diesem Hund ausgeht und der Halter geeignet ist, mit diesem Hund entsprechend der allgemeinen Sicherheit umzugehen.

Wir werden an unseren Infotag für Listenhunde (28.07.2019) die Presse einladen und entsprechend darüber diskutieren und hoffen auf eine Lösung für die Tierheime und vor allem für die Listenhunde. Wir freuen uns auf viele interessierte Besucher!