Sieben-Punkt Marienkäfer

Asiatischer Harlekin Marienkäfer

Vierzehn-Punkt Marienkäfer

Marienkäfer-Larve

Wildtier des Monats Oktober

Der Marienkäfer

Überall streben sie jetzt in die Wohnungen, fliehen vor der Kälte und verirren sich dabei in unsere Häuser. Oder man sieht sie in großen Gruppen auf den Balkonen oder an Wänden sitzen, bevor sie zum Überwintern in wärmere Gebiete Europas fliegen: Marienkäfer.

Der Marienkäfer ist der beliebteste Käfer Deutschlands und gilt als Glückssymbol. Seinen Namen hat er bekommen, weil die heilige Jungfrau Maria ihn auf die Erde geschickt haben soll, um uns zu helfen. Sein roter Panzer sei ihr roter Mantel, beim Sieben-Punkt Marienkäfer, einst unsere häufigste Marienkäferart, stehen die sieben Flecken für ihre sieben Tugenden. Eigentlich gilt die rote Färbung aber als Warnfarbe für Fressfeinde. „Bleib weg, ich bin giftig!“ soll sie bedeuten.

Tatsächlich ist er ein ausgesprochener Nützling, denn seine Leibspeise sind Blattläuse. Bis zu 5000 kann ein Käfer, je nach Art, in seinem Leben verspeisen. Während jedoch der heimische Siebenpunkt etwa 50 Blattläuse pro Tag frisst, vertilgt der asiatische Harlekin Marienkäfer etwa das Fünffache. Diesen Heißhunger wollten sich die Menschen zu Nutze machen und führten ihn in den 90er Jahren sozusagen als Gastarbeiter nach Amerika und Europa ein, damit er die Plantagen vor Blattläusen schütze. Es funktionierte hervorragend, aber wie bei jeder Einfuhr fremder Tierarten brachte es Probleme für die heimischen Arten. 

1999 wurden die Harlekin erstmals in freier Natur gesichtet, drei Jahre später waren sie flächendeckend in Deutschland verbreitet. Er vermehrt sich nicht nur schneller als unsere Arten, er bringt auch biologische Kampfstoffe mit und hat ein überragendes Immunsystem. Harmonin, wie der lateinische Name des asiatischen Marienkäfers, wird die antibakterielle Substanz genannt, die bei Gefahr über die Beingelenke als gelbes, bitteres Sekret ausgestoßen werden kann. Diese Substanz wirkt sogar gegen Tuberkulose und Malaria. Seinen biologischen Kampfstoff braucht er jedoch zur Verteidigung gegen andere Insekten. Marienkäfer, gleich welcher Art, fressen die Larven und Eier von Artgenossen. Versucht hingegen einer unserer heimischen Marienkäfer eine Larve des Harlekin-Marienkäfer zu fressen, so wird er sterben. Alle Harlekin-Käfer, ihre Larven und sogar die Eier sind massiv mit Parasiten infiziert. Diese scheinen ihnen selbst nichts zu tun, unsere 70 heimischen Marienkäferarten werden jedoch schwer krank oder sterben.

Die Anzahl der Punkte sagt übrigens nichts über das Alter aus, sondern ist Merkmal der jeweiligen Marienkäferart. Wer jetzt Käfer in seiner Wohnung hat, kann sie fangen und wieder hinaussetzen. Am liebsten überwintern sie nämlich in Mauerspalten oder in Laubhaufen. Ein naturnaher, nicht zu aufgeräumter Garten kommt somit auch den hübschen Glückskäfern zugute.