Wildtier des Monats November

Die Winkelspinne

Ein schriller Schrei! Das ist wohl die häufigste Reaktion, die dieses Tier auslöst. Selbst bei diesem Bild wird es den ein oder anderen gruseln oder ekeln. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann fürchten sich vor Spinnen. Warum weiß man noch nicht genau. 

Am häufigsten stößt man im eigenen Zuhause zur dunklen Jahreszeit auf eine der größten heimischen Spinnen, die Winkelspinne.  Sie ist verhältnismäßig groß, hat acht lange, behaarte Beine und stellt damit den Albtraum jedes Spinnenphobikers dar. Doch eigentlich suchen hier nur liebeshungrige Männchen nach einer schönen, sexy Spinnenlady.

Die Geschlechter lassen sich leicht unterscheiden. Die Männchen haben Beine, die drei Mal so lang sind wie der eigene Körper, bei den Weibchen ist es nur zwei Mal die Länge

Zusätzlich trägt das Männchen zur Paarungszeit vergrößerte Pedipalpen, das sieht dann aus als hätte der Spinnenmann schwarze Boxhandschuhe an. Echte Boxhandschuhe könnte er gut gebrauchen, um sich gegen manch widerspenstiges Weibchen zu wehren. Passt Spiderman nämlich nicht auf und nähert sich einer nicht paarungsbereiten Dame, so wird er im schlimmsten Fall von ihr verspeist.

Die Beine sind übrigens nicht so behaart, damit wir sie noch ekliger finden, sondern weil es sich dabei um Tasthaare handelt, mit denen sie geringste Erschütterungen und tiefen Schall wahrnehmen können. 

So groß und bedrohlich Winkelspinnen auch wirken mögen, in Wahrheit sind sie vollkommen harmlos, ungiftig und beißen normalerweise nicht. Eigentlich haben sie sogar mehr Angst vor uns, als wir vor ihnen haben sollten. Und noch etwas anderes sehr Gefährliches lauert in unserem Haus auf sie. Die zierliche Zitterspinne! Sie wohnt meist dauerhaft bei uns und macht gerne Jagd auf die deutlich größere Winkelspinne. Dabei bewirft sie diese hinterrücks mit klebrigen Fangnetzen. Sobald die Winkelspinne sich nicht mehr richtig bewegen kann, wird sie eingesponnen und mit mehreren Giftbissen getötet. Manchmal sucht sie die Winkelspinne dafür sogar in ihrem eigenen Zuhause auf. 

Wer sich entscheidet mit dieser Spinne zu leben, hat einen fleißigen und friedlichen Fliegenfänger gewonnen, der nur nachts ab und an vorbeiflitzen wird. Wer sich aber entschließt, sie loszuwerden, der möge dies bitte vorsichtig mit einem Glas tun, um sie unversehrt nach draußen zu setzen. Sie hat uns ja nichts getan und diesen sinnlosen Tod gewiss nicht verdient.