Stinkwanze

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Amerikanische Kieferwanze

Wildtier des Monats November

„Auf der Mauer, auf der Lauer, sitzt ne kleine Wanze.“ und das ausgerechnet in der Wohnung! 
Angst muss man vor diesen herbstlichen Besuchern, die auch im Winter immer wieder auftauchen, allerdings nicht haben. Stinkwanzen sind harmlos und ernähren sich normalerweise von Baum- und Fruchtsäften und nicht von Menschenblut. Mit den namensverwandten parasitären Bettwanzen haben sie wenig gemeinsam. 

Allerdings vertragen sie Temperaturen unter 10 °C nicht so gut, weswegen sie sich jetzt im Herbst ein wärmeres Quartier suchen. Was könnte da einladender sein als eine kuschelig warme Wohnung? So behäbig die relativ großen Insekten zu Fuß auch wirken, so schnell und laut sind sie in ihrem brummenden Flug. Angelockt werden sie, wie viele Insekten, vom Licht. Warum das Licht Insekten anzieht, ist in der Wissenschaft noch nicht ganz eindeutig geklärt. Man vermutet aber, dass sich Insekten normalerweise am Licht des Mondes orientieren um geradeaus zu fliegen. Dabei halten sie einen bestimmten Winkel zum Mond ein. Verwechseln sie den Mond nun mit einer Lampe, ändert sich der Winkel zu schnell und sie fliegen im Kreis immer näher an die Lichtquelle heran.

1.000 verschiedene Wanzenarten gibt es in Deutschland, weltweit sogar 40.000. Die beiden Arten, die man am häufigsten in den Wohnungen antrifft, sind die heimische Grüne Stinkwanze und die Amerikanische Kiefernwanze. Grüne Stinkwanzen präsentieren sich im Sommer in einer intensiven grünen Farbe, im Herbst färben sie sich rotbraun, um dann im Frühjahr wieder grün zu werden. Obwohl sie häufig in großer Zahl in Gärten auftreten können, richten sie keinen Schaden an. Ihren Namen verdanken sie einer Stinkdrüse am Hinterleib, die bei Gefahr ein übelriechendes und lang anhaftendes Sekret aussondert.

Auch die nicht zu den Stinkwanzen gehörende etwas größere und schlankere Amerikanische Kiefernwanze sucht oft Unterschlupf in Wohnungen. Sie wurde 1999 vermutlich, unter anderem mit importierten Tannenbäumen aus Amerika eingeschleppt und hat sich in Europa inzwischen weit verbreitet. Ihre Stinkdrüsen sondern eher einen apfelartigen Duft aus, der jedoch Artgenossen in großer Zahl anlocken kann.

Beide Wanzenarten sind völlig harmlos und sollten einfach mit einer Schaufel und einem Besen oder einem Glas aus der Wohnung entfernt werden. Um unnötiges Sterben von Insekten zu vermeiden, sollte generell in Gärten auf nächtliche, insektenanlockende Beleuchtung verzichtet werden. Nötige Beleuchtungen sollten mit Bewegungsmeldern ausgestattet sein.