Wildtier des Monats Mai

Der Steinmarder

Enorm viele Marder landeten dieses Jahr im Tierheim und die Pflegestellen sind längst heillos überfüllt. Doch woran liegt das? Der heiße Mai ist schuld! Ist es nämlich während der Aufzucht der Jungtiere besonders warm, müssen die Mütter oft ihr erstes Nest verlassen. Dieses befindet sich zwar an einem geschützten Platz, starke Sonneneinstrahlung heizen ihn aber zu sehr auf. Um ihre Kleinen zu retten, bringt die besorgte Mutter ihren Nachwuchs dann in ein neues Versteck. Leider können Marder aber wohl nicht zählen und übersehen nicht selten ihr letztes, weg gekrochenes Junges.

Dabei verhalten sich Steinmardermütter nicht nur sehr fürsorglich und kümmern sich ganze 2 Monate um ihren Nachwuchs, sie sind auch körperlich zu einer sogenannten Keimruhe in der Lage. Sie paaren sich im Sommer, bekommen ihren Nachwuchs aber erst im Frühling, obwohl die Tragzeit nur einen Monat beträgt. Mit diesem genialen Trick bestimmen die Mütter selbst den Geburtstermin zur nahrungsreichsten Jahreszeit und so können die Kleinen optimal aufwachsen. Übrigens fressen Marder nicht nur Fleisch, sie sind richtige Naschkatzen und lieben vor allem Kirschen. Im Sommer findet man in den Hinterlassenschaften oft auch Kirschkerne. 

Was Autos angeht, sind Marder echte Berühmtheiten, leider im negativem Sinne. Welcher Autofahrer hat nicht Angst vorm Marderschaden. Allerdings ist nicht der eigene Hausmarder das Problem, sondern ein fremder Marder. Marder gehen wegen der Wärme gerne in unsere Autos und kuscheln sich dort ein. Ist das Auto jedoch mit einem anderen Marder "fremd gegangen", wird der ortsansässige Marder so wütend, dass er mit den Duftdrüsen im Mundwinkel sein Auto markiert. Dies tut er meistens zu unserem Leidwesen über Knappern.

Ihren Namen haben Steinmarder von ihrem ursprünglichen Lebensraum in felsigen Landschaften. Heute wird er umgangssprachlich auch als Hausmarder oder Automarder bezeichnet. Seit Jahrhunderten leben die sehr intelligenten, quirligen Tierchen friedlich und oft auch unbemerkt mit uns zusammen. Sollte ein Marder doch einmal Probleme bereiten, gibt es viele sanfte Methoden ihn zu vertreiben. Hilfe und Beratung bekommen Sie immer montags bei unserer Kollegin Lydia Schübel unter Tel.: 089 / 921 000 781.