Wildtier des Monats März

Der Grasfrosch

Frösche haben im Leben der Menschen schon immer eine große Rolle gespielt. Sie wurden gegessen und ihre Schenkel gelten bis heute in manchen Ländern als Delikatesse, ebenso werden einige Vertreter in der Forschung verwendet. Sie kommen in Sagen, Geschichten, Märchen vor und bereichern als Trickfilmfiguren unsere Kindheit. Gemeint ist dabei aber vermutlich nie der Grasfrosch, sondern die bekannteren Grünfrösche, die auch im Sommer häufig laut rufend in unseren Gewässern zu finden sind.

Grasfrösche sind eher dezentere Vertreter dieser Amphibien. Sie sind farbenreich, aber immer eher bräunlich anstatt grün gefärbt. Als Erkennungsmerkmal gilt der braune, dreieckige Schläfenfleck. Ihre Schnauzen sind runder als bei Grünfröschen. Auch ihr Gesang ist ein eher wohliges Brummen und hauptsächlich im März zu hören. 

Zusammen mit den Erdkröten gehen sie jetzt auf Wanderschaft, zurück zu ihren Laichgewässern und sind deshalb auch oft an Krötenschutzzäunen zu finden oder werden Opfer des Straßenverkehrs. 

Obwohl sie gleichzeitig mit den Kröten laichen, ist ihr Laich leicht zu unterscheiden. Während Erdkröten in Schnüren laichen, legen Grasfrösche kompakte Ballen mit bis zu 4000 Eiern, diese quellen im Wasser rasch zu großen Fladen auf, die durch Gasbildung an die Oberfläche aufsteigen.
Der Sinn ist einfach: An der Oberfläche ist es wärmer und umso wärmer es ist, umso schneller entwickeln sich die Kaulquappen. Die aufquellende Gallerte ist zusätzlich wie ein Brennglas und bündelt das Licht, um die Eier schneller zu erwärmen. Bei warmen Temperaturen können die Kaulquappen bereits nach wenigen Tagen schlüpfen, bei Kälte kann dies bis zu vier Wochen dauern. Laichballen sollten nicht umgedreht werden, da dies zum Absterben der Eier führen kann. Die Aufhellung am unteren Eipol sollte immer nach unten zeigen. 

Grasfroschkaulquappen sind sie weitaus gefährdeter als Krötenquappen. Ihnen fehlt der sie unappetitlich machende Bitterstoff, wodurch sie eine beliebte Mahlzeit für allerlei Wasserräuber wie Fische und Käferlarven sind.

Grasfrösche werden in der Regel nach 2-3 Jahren geschlechtsreif und kehren dann meist zu ihren Geburtsteichen zurück. Nach dem Laichen verlassen Grasfrösche das Gewässer wieder und leben an Land, oft fern von Gewässern, aber in feuchter Umgebung wie Parks und Wäldern. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen oder Moos und gehen nachts auf Jagd nach Insekten, Asseln, Würmern, Nacktschnecken oder Spinnen. Im Herbst wandern sie häufig schon wieder etwas näher an oder direkt zu ihren Laichgewässern. Dort überwintern sie in Kältestarre in Erdlöchern oder kollektiv unter Wasser.

Früher kamen in Laichgebieten oft Laichteppiche aus mehreren hunderten oder sogar tausenden Laichballen zustande. Wegen des Rückgangs des Grasfrosches kommen heutzutage in ehemaligen Massenlaichplätzen durchschnittlich 40 Laichballen vor. Grund für den starken Rückgang sind die intensive und monotone Landwirtschaft, das Trockenlegen von Feuchtgebieten und der Straßenverkehr, dem jährlich oft tausende Frösche und Kröten zum Opfer fallen.

Wir bitten deshalb in den nächsten Wochen besonders vorsichtig zu fahren und Amphibien auszuweichen oder sie von der Straße zu sammeln. Wer Grasfröschen, aber auch allen anderen Amphibien, Insekten, Vögeln, Mollusken und eigentlich allen Tieren helfen will, der sollte im eigenen Garten einen Teich anlegen. Wichtig ist dabei ein sich schnell erwärmender Flachwasserbereich und viel Deckung am Ufer.