TIERHEIM BIS AUF WEITERES GESCHLOSSEN

Aufgrund der Covid-19 Pandemie bleibt unser Tierheim bis auf Weiteres für Besucher geschlossen.
Tiervermittlung und Beratung finden telefonisch bzw. nach Terminvereinbarung statt.

Ab sofort haben wir feste Telefonzeiten für die Tiervermittlung (Anfragen, Beratung und Terminvergabe). Die Tierhäuser sind täglich (außer an Feiertagen) von 13.00 bis 16.00 Uhr erreichbar:
Hundehaus 1: 089 / 921 000 26, Hundehaus 2: 089 / 921 000 20, Hundehaus 3: 089 / 921 000 51, Hundehaus 4: 089 / 921 000 56, Hundequarantäne: 089 / 921000 43
Katzenhaus OG: 089 / 921 000 36, Katzenhaus EG: 089 /921 000 825
Kleintiere EG (Kaninchen, Meerschweinchen): 089 / 921 000 53, Kleintiere OG (Vögel, Kleinnager): 089 / 921 000 52

Zum Schutz vor Infektion ist die ehrenamtliche Mithilfe (auch das Gassigehen) momentan leider nicht möglich. Auch Sachspenden können wir bis auf Weiteres nicht mehr annehmen.

Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres auch keine Schülerpraktikanten eingestellt werden können!

In Notfällen und im Falle von Fundtieren melden Sie sich bitte telefonisch hier:

Kleintiere:
089 / 921 000 53
Katzen:
089 / 921 000 820
Wildtiere:
089 / 921 000 76
Bereitschaftsdienst (von 17:00 – 20:00 Uhr):
0179 / 9815974

Wildtier des Monats Juni! Die Zecke

In München wurden allein im Juni 12 Borreliosefälle und 1 FSME Fall gemeldet. Das ist ungewöhnlich viel und obwohl sie wohl niemand leiden kann, haben die Zecken sich damit den Status als unser Wildtier des Monats Juni erarbeitet. Jedem Hundebesitzer ist es gewiss schon aufgefallen: Dieses Jahr gibt es ungewöhnlich viele Zecken. Dies liegt am milden Winter. Erfriert normalerweise der Großteil der erwachsenen Zecken, haben dieses Winter viele überlebt.

Zecken gehören zu den Milbenartigen, die wiederrum zur Klasse der Spinnentiere zählen. Weltweit gibt es etwa 950 Zeckenarten, 20 davon kommen in Deutschland vor. Nur 10% aller Zeckenarten übertragen Krankheiten. Dazu zählt leider auch der in Deutschland sehr häufig vorkommende Gemeine Holzbock. Er überträgt die bekannte Lyme-Borreliose und FSME. Zusätzlich kann für unsere Hunde die Auwaldzecke gefährlich werden, denn sie überträgt Babesiose, die sogenannte Hundemalaria, die bei Hunden zu Blutarmut führen kann.

Während der Gemeine Holzbock im Wald und auf waldähnlichen Flächen vorkommt, bevorzugt die Auwaldzecke offene Flächen mit hohem Gras und Buschwerk. Leider gibt es die Auwaldzecke auch in Münchner Parks. Selbst in unserem Tierheim waren schon Hunde betroffen.

Wer eine festgesogene Zecke hat, sollte schnell reagieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Holzbock Krankheiten überträgt, steigt mit der Saugdauer. Liegt diese beim Entfernen der Zecke nach 12 Stunden nahezu bei 0%, steigt sie bei 24 Stunden schon auf 30%. Auch das Alter der Zecke spielt eine Rolle. Die frisch geschlüpfte Zeckenlarve, man erkennt sie übrigens an den 6 anstatt 8 Beinen, trägt nur zu 1% eine Krankheit in sich. Nach ihrer ersten Blutmahlzeit, meist an Kleinnagern, entwickeln sie sich zur sogenannten Zeckennymphe und kann dann schon infektiöser sein. Auch hier gilt, wie bei der Larve, der Mensch nicht als bevorzugte Beute. Nach einer Blutmahlzeit findet die weitere Entwicklung, bei beiden Phasen oft erst nach dem Winter, statt. Die dann erwachsene Zecke lauert gezielt auf große Beute.
Dazu sitzt sie mit ausgestreckten Vorderbeinen auf Grashalmen oder Pflanzen und lässt sich abstreifen. Springen können Holzböcke übrigens nicht und lassen sich auch nicht von Bäumen fallen. Auch aktiv jagt der Holzbock nicht, er kann aber Gerüche wie Ammoniak, Kohlendioxid, Milchsäure und Buttersäure erkennen, also alles, was wir über Atem oder Schweiß abgeben.

Zecken beißen nicht sofort, sondern sind sehr wählerisch und krabbeln oft mehrere Stunden auf dem Wirt herum, bis sie eine warme, feuchte, gut durchblutete und dünne Hautstelle gefunden haben. Die männlichen Holzböcke sind übrigens kleiner als die Weibchen und komplett schwarz. Sie trinken kein Blut mehr, sondern klettern nur auf der Suche nach einem Weibchen auf dem Wirt herum. Hat er sie gefunden, so schiebt er seine am Maul befindlichen Paarungsorgane in ihre Geschlechtsöffnung. Die Paarung findet auf dem Wirt statt und sieht aus, als würde die eine Zecke die andere aussaugen. Danach stirbt er. Das Weibchen stirbt, wenn es seine im Durchschnitt 2000 Eier gelegt hat. Etwa zwei Jahre kann der Holzbock ohne Nahrung auskommen, der Rekord einer anderen Zeckenart liegt bei elf Jahren. Um das zwanzigfache des Volumens und hundertfache des Gewichts kann das Weibchen bei einer Mahlzeit anschwellen. Damit wir den Stich der Zecke nicht bemerken, gibt sie entzündungs-, gerinnungs-, und schmerzhemmenden Speichel ab.

Natürlich haben wir uns auch die Frage gestellt, ob Zecken eigentlich als lästiger und teils gefährlicher Parasit auch etwas Positives in der Natur bewirken. Tatsächlich sagen Wissenschaftler, dass sie einigen Tieren, wie Pilzen, Fadenwürmern, Vögeln und den Larven von Erzwespen als Nahrung dienen. Ebenso sollen sie aber durch die Stärkung des Immunsystems, sowie der natürlichen Auslese durch die übertragenen Krankheiten, einen positiven Einfluss auf die Evolution haben. 

Wer sich vor Zecken schützen möchte, sollte sich nach einem Spaziergang gründlich absuchen und/oder ein Insektenschutzmittel verwenden. Für unsere Haustiere gibt es viele alternative Methoden Zecken zu verhindern wie Kokosöl ins Fell oder Bernsteinketten, ob diese wirken ist aber umstritten. Ansonsten gibt es diverse Schutzmittel beim Tierarzt, auf die in Gebieten mit Auwaldzecken definitiv zurückgegriffen werden sollte.