Wildtier des Monats Januar

Die Rotfeder

Der Winter bringt nicht nur Kälte, sondern für Viele auch Spaß in der Natur. Gefrorene Seen erquicken so manches Schlittschuhläuferherz und auch das von Stockschützen und anderen Eissportlern. Doch was für uns spaßig ist, kann für Wildtiere großes Leid bedeuten. 

Die Rotfeder ist einer unserer häufigsten heimischen Fische. Sie gehört zu den Weißfischen und fällt vor allem durch ihre roten Flossen auf. Als erwachsener Fisch ernährt sie sich hauptsächlich von Pflanzen und zwar so effektiv, dass sie sogar zur Bekämpfung wuchernder Wildpflanzen wie der Wasserpest eingesetzt wird. 

Eigentlich ist die Rotfeder sehr robust. Was sie aber gar nicht gut verträgt, sind anorganische Schadstoffe, wie sie zum Beispiel in Industrieabwässern vorkommen. Deshalb werden die Fische auch gerne als Indikatoren für Wasserqualität genutzt.

Rotfedern sind sehr schreckhafte Fische. Gefahr und Bewegungen nehmen sie über ihre Seitenlinien war. Nur bei Wellenbewegungen funktioniert dieses Warnsystem nicht. Die Vorsicht ist auch nötig, denn sie gehören zur Hauptbeute vieler Raubfische

Im Winter wird ihnen die Schreckhaftigkeit zum Verhängnis: Um den Winter mit seinen kalten Temperaturen zu überleben, fahren Fische ihren Stoffwechsel herunter und ruhen in einer Art Winterstarre am Seegrund. Das Wasser aber verstärkt Geräusche, die auf der Eisdecke entstehen. Dieser Lärm, z.B. durch Schlittschuhe, schreckt die Fische immer wieder auf und sie verlieren viel Energie. Der Energieverlust kann durch die fehlende Nahrung nicht ausgeglichen werden und die Fische sterben. 

Ebenso oft kommt es vor, dass die Fische aufgrund des Lärms in höhere Wasserregionen fliehen und dort wegen des geringen Sauerstoffanteils ersticken. 

Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und andere Eissportarten sollten deshalb nur auf erlaubten Flächen stattfinden. Naturteiche und Gewässer in Naturschutzgebieten bitte den Tieren zuliebe komplett meiden. 

Foto: Olaf Nies.