Mauerassel

Kellerassel

Rollassel

Rollassel

Wildtier des Monats Februar

Die Landassel

Sie sind zu finden, wo es dunkel und feucht ist. Manche Menschen halten sie als Haustiere, bei anderen lösen sie Ekel aus. Sie werden in Wohnungen oft als Schädlinge eingestuft und bekämpft. Dabei nimmt die Landassel im Kreislauf des Lebens eine der wichtigsten Rollen ein. 

Als sogenannte Destruenten gelten sie als Erstzersetzer und Humusbilder. Ähnlich wie Regenwürmer ernähren sie sich von zerfallendem, pflanzlichem Material wie Falllaub und Holz. Sie fressen aber auch Algen, Kot, Spinneneier und Kadaver von Insekten. Was hinten wieder rauskommt ist hochwertiger Ton-Humus-Komplex und bildet damit den Grundstein für neues Leben. Während bei uns die Regenwürmer zur Erdbildung die größte Rolle spielen, gibt es Gebiete die völlig auf Asseln angewiesen sind.

Ursprünglich kommen Asseln aus dem Meer und gehören zur Klasse der Krebse. Sie besiedeln aber inzwischen auch Süßwasser und sogar das Land. Landasseln sind die einzigen dauerhaft an Land lebenden Krebstiere. Faszinierenderweise atmen sie auch an Land weiter über ihre Kiemen. Nur manche Arten haben zusätzlich Tracheen oder Lungen gebildet. 

Zur Kiemenatmung an Land benötigen sie durchgehend eine feuchte Umgebung, denn die Kiemen müssen mit einem dünnen Wasserfilm überzogen sein. Diese mit Wasser gefüllte Kiemenkammer fungiert wie ein eigener Lebensraum und es siedeln sich darin viele Kleinstlebewesen an. Darunter zum Beispiel Fadenwürmer und freischwimmende Wimpertierchen.

3500 verschiedene Landasselarten gibt es weltweit, 50 davon in Deutschland. Asseln allgemein können zwischen 0,3 mm und 50 cm (kein Tippfehler!) groß werden. Anpassungsfähig wie sie sind, haben sie bei Feindkontakt verschiedene Strategien entwickelt: Kellerasseln, die aus dem Lateinischen übersetzt übrigens „unsauberes Schweinchen“ heißen, stellen sich tot. Rollasseln können sich zu einer dichten Panzerkugel zusammenrollen und andere Arten sondern ein schmieriges Sekret ab. Blaue oder violett gefärbte Asseln sind übrigens an einem Virus erkrankt, den sie meist leider nicht überleben. Ob man eine Assel vor sich hat, erkennt man an den sieben Beinpaaren. 

Asseln sollten nicht bekämpft oder getötet werden, selbst wenn sie sich manchmal auch an Obst oder Kartoffeln bedienen. Wer Kellerasseln findet, sollte die befallenen Lebensmittel unerreichbar lagern und die Assen nach draußen bringen. Auf Insektenvernichtungsmittel sollte komplett, auch im Garten, verzichtet werden.