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Wildtier des Monats: Der Sperber

Der Winter naht und bereits jetzt haben zahlreiche tierliebe Menschen angefangen in ihren Gärten Futter für Wildvögel anzubieten. Neben Meisen, Sperlingen, Finken und Drosseln ist auch ein kleiner Greifvogel häufiger am Futterhaus zu beobachten: Sperber erkennt man am besten an ihrer quergebänderten, hellen Brust, man nennt dieses Muster auch „gesperbert“, ihrer dunklen Oberseite und ihrer gelben Augen und Beine. Ihr Name ist abgeleitet von zwei althochdeutschen Wörtern und bedeutet Sperlingsadler. 

Dieser kleine Greifvogel ist auf die Vogeljagd spezialisiert. Die Beine, Zehen und Krallen sind sehr lang. Die Klauen können lückenlos geschlossen werden und ermöglichen damit selbst das Festhalten einzelner Federn. Mit relativ kurzen, breiten Schwingen und einem langem Stoß sind Sperber extrem wendig. Sie sind dazu in der Lage ihre Flugrichtung plötzlich um fast 90° zu ändern und durch dichtes Gestrüpp bei hoher Geschwindigkeit zu manövrieren. Um zusätzlich ein breiteres Nahrungssprektrum abzudecken sind weibliche Sperber fast doppelt so groß wie die Männchen. Denn während das Weibchen Vögel bis Taubengröße fängt, jagt das Männchen hauptsächlich Spatzen und andere kleine Singvögel. 

Früher teilte man die Tierwelt in „nützliche“ und „schädliche“ Tiere ein. Da der Sperber süße kleine Vögelchen tötet, wurde er als schädlich verurteilt und gezielt gejagt. Zum Glück vermehrt sich der Sperber rasch und so war es nicht möglich, seinen Bestand durch Jagd zu gefährden. Dafür erlitt der Sperber um 1955 in Europa starke Bestandsrückgänge und verschwand in manchen Gebieten völlig. Grund dafür war das Insektizids DDT. Nachdem es verboten wurde, haben sich die Populationen gut erholt und bei uns in Bayern befinden sich inzwischen die meisten Brutpaare Deutschlands.

Zur Brutzeit versorgt das fürsorgliche Männchen, das in der Jägersprache übrigens „Sprinz“ wie Sperber-Prinz genannt wird, sein Weibchen und seine Jungen bis zu 2,5 Wochen nach dem Schlupf alleine. Dabei übergibt er dem Weibchen die Beute und diese füttert den Nachwuchs. Dies ist auch nötig, denn das Weibchen mausert mit Beginn der Brut ihre Schwungfedern und ist deshalb nahezu flugunfähig. Stirbt das Männchen, zum Beispiel durch einen Scheibenanflug, so verhungern die Jungen.

Am Futterhaus bedient sich der Sperber nicht am angebotenen Vogelfutter, sondern versucht einen der dort fressenden Singvögel zu fangen. Dabei kommt es häufig zu für beide tödlichen Unfällen an Glasscheiben. Grund dafür ist, dass viele Menschen die Futterhäuser gerne beobachten wollen und sie deshalb in der Nähe von Glasfronten aufstellen. Bei der Flucht oder Jagd werden diese dann häufig übersehen. Besser wäre es, mehrere kleine Futterplätze im Garten verteilt aufzustellen. Sperber mit einem Anflugtrauma müssen immer in eine Vogelklinik gebracht werden, da meist eine Augenschädigung oder Schulterfraktur vorliegt. Zusätzlich kann man Vögel vor einem Scheibenanflug schützen, indem man spezielle Vogelschutzfolien oder Stifte verwendet, die für Menschen durchsichtig sind, aber von Vögeln gesehen werden.