TIERHEIM BIS AUF WEITERES GESCHLOSSEN

Aufgrund der Covid-19 Pandemie bleibt unser Tierheim bis auf Weiteres für Besucher geschlossen. Beratung findet telefonisch statt. Es können derzeit auch keine Tiervermittlungen stattfinden.

Zum Schutz vor Infektion ist die ehrenamtliche Mithilfe (auch das Gassigehen) momentan leider nicht möglich. Auch Sachspenden können wir bis auf Weiteres nicht mehr annehmen.

In Notfällen und im Falle von Fundtieren melden Sie sich bitte telefonisch hier:

Kleintiere:
089 / 921 000 53
Wildtiere:
089 / 921 000 76
Bereitschaftsdienst (von 17:00 – 20:00 Uhr):
0179 / 9815974

Kompostwurm

Regenwürmer Paarung

Tauwurm

Wildtier des Monats: Der Regenwurm

Armlos, beinlos, augenlos und ohrlos kriecht dieses Tier als Strich in der Landschaft durch die Erde. Der Regenwurm gehört aus menschlicher Sicht gewiss nicht zu den schönsten Tieren unseres Ökosystems, dafür aber zu den Nützlichsten! Er stellt einen der besten Dünger der Welt her, gräbt den Boden um, lockert ihn, belüftet diesen und hilft aus Küchenabfällen fruchtbare Erde zu machen.
Wer Regenwürmer im Garten hat, kann sich also glücklich schätzen. 

Eigentlich gibt es „den Regenwurm“ gar nicht. Denn es gibt nicht nur eine Regenwurmart, sondern allein in Deutschland 46, weltweit über 3.000 Regenwurmarten. Bei den Regenwürmern, die wir bei Gartenarbeiten finden und denen in unseren Komposthäufen handelt es sich auch um zwei unterschiedliche Arten. In Komposthäufen emsig aktiv ist der Kompostwurm. Unser fleißiger Helfer in Gärten, Wiesen und Obstanlagen ist der Tauwurm. Er gilt als besonders aktiv und gräbt bis zu drei Meter tiefe Gänge. 

Fressen kann er aber nur von Bakterien oder Pilzen vorzersetzte Nahrung. Damit dies schneller passiert, kommt er in der Nacht an die Oberfläche und zieht sich Laubblätter in einen seiner Gänge. Dort werden diese mit Schleim festgeklebt und können verwittern. Tagsüber vermeiden es Regenwürmer an die Oberfläche zu kommen, denn ihre Haut reagiert empfindlich auf Sonnenlicht und sie trocknen schnell aus und sterben. Warum sie bei Regen herauskriechen ist noch nicht ganz klar. Man vermutet, dass sie vor Wasseransammlungen in der Erde fliehen, weil ihre Hautatmung dann nicht mehr richtig funktioniert und sie ersticken. Eine andere Vermutung besagt, dass sie die Vibrationen, die Regentropfen verursachen, mit den Grabvibrationen von Maulwürfen verwechseln, einer ihrer schlimmsten Fressfeinde. Um diesen zu entkommen fliehen sie dann an die Oberfläche.

Auch die Entstehung ihres Namens ist ein Mysterium. Kommst „Regenwurm“ von diesem Verhalten? Oder aus dem 16. Jahrhundert, als man ihn vermutlich „reger Wurm“ nannte, weil er fast durchgehend gräbt und frisst.

Übrigens stimmt das Gerücht nicht, dass wenn man einen Regenwurm teile, zwei Regenwürmer entstünden. Beide Trennteile haben die Veranlagung einen After nachzubilden, damit frisst es sich aber bekanntlich schlecht. Nur die Kopfseite kann somit überleben und auch nur wenn diese lang genug ist. Der fehlende Teil wächst dünner und mit einem neuen After wieder nach. Oft sterben so verletzte Regenwürmer aber an einer Wundinfektion. Packt ein Fressfeind einen Regenwurm, kann er freiwillig einen Teil seines Hinterendes abwerfen. Dieses zuckt dann zur Ablenkung, während der restliche Wurm flieht. Wo beim Wurm vorne und hinten ist, kann man an der Hautverdickung, dem sogenannten 

Gürtel, erkennen, der sich am vorderen Drittel des Körpers befindet. Fehlt dieser, ist der Wurm ein Jungtier und noch nicht geschlechtsreif. 

Regenwürmer sind Zwitter. Haben sie einen Partner gefunden, haften sie sich mit kleinen Borsten und Schleim aneinander und können so stundenlang eng gekuschelt verbringen. Regenwürmer werden in der Regel zwei Jahre alt. In Gefangenschaft können sie aber ein Alter von bis zu 10 Jahren erreichen.

Jetzt im Februar befinden sich unsere Regenwürmer noch in einer Art Kältestarre. In großen Gruppen verbringen sie den Winter bewegungslos und eingerollt in Komposthäufen oder unter Steinen, Baumstümpfen oder Laubhaufen. Deshalb sollten jetzt auf keinen Fall Komposthaufen umgegraben, Laubhaufen entfernt oder Bäume ausgegraben werden.

Tauwurm: upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Earthworm_01.jpg Quelle: Rob Hille
Kompostwurm: commons.wikimedia.org/wiki/File:Eisenia_foetida_R.H._(9).JPG Quelle: Rob Hille
Kuschelpaarung: de.wikipedia.org/wiki/Datei:Earthworm_klitellum_copulation_beentree.jpg Quelle: Beentree