TIERHEIM BIS AUF WEITERES GESCHLOSSEN

Aufgrund der Covid-19 Pandemie bleibt unser Tierheim bis auf Weiteres für Besucher geschlossen. Tiervermittlung und Beratung finden telefonisch bzw. nach Terminvereinbarung statt.

Ab sofort haben wir feste Telefonzeiten für die Tiervermittlung (Anfragen, Beratung und Terminvergabe). Die Tierhäuser sind täglich (außer an Feiertagen) von 13.00 bis 16.00 Uhr erreichbar:
Hundehaus 1: 089 / 921 000 26, Hundehaus 2: 089 / 921 000 20, Hundehaus 3: 089 / 921 000 51, Hundehaus 4: 089 / 921 000 56, Hundequarantäne: 089 / 921000 43
Katzenhaus OG: 089 / 921 000 36, Katzenhaus EG: 089 /921 000 825
Kleintiere EG (Kaninchen, Meerschweinchen): 089 / 921 000 53, Kleintiere OG (Vögel, Kleinnager): 089 / 921 000 52

Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres auch keine Schülerpraktikanten eingestellt werden können!

In Notfällen und im Falle von Fundtieren melden Sie sich bitte telefonisch hier:

Kleintiere EG
(Kaninchen, Meerschweinchen):
089 / 921 000 53
Kleintiere OG
(Vögel -keine Wildvögel, Kleinnager):
089 / 921 000 52
Hunde:
089 / 921 000 26

Katzen:
089 / 921 000 820
Wildtiere:
089 / 921 000 76
Bereitschaftsdienst (von 17:00 – 20:00 Uhr):
0179 / 9815974

Fotoquelle: wikimedia.org, Bildautor: Michael Gäbler.

Wildtier des Monats August 2020: Das Wisent

Wer dieses Bild sieht, der denkt vermutlich zunächst an den amerikanischen Bison. Kennt man diesen doch aus Filmen in großen Herden über die weite Prärie streifen. Nur wenige wissen, dass es auch einen europäischen Bison gibt, der einst in unseren Wäldern beheimatet war. Das Wisent, wie es auch genannt wird, ist langbeiniger und schlanker als sein amerikanischer Verwandter.

Heute gibt es wieder Exemplare in Deutschland, doch dass dieses imposante Tier überhaupt noch lebt, war eine knappe Angelegenheit. Bis ins frühe Mittelalter waren die Tiere noch in Europas Laub-, Nadel- und Mischwälder in kleinen Herden anzutreffen. Jagd und Lebensraumverlust ließen die Bestände rasch schrumpfen. 1927 wurde das letzte wildlebende Wisent im Kaukasus geschossen. Übrig blieben zwölf Tiere in Zoos. Mit diesen wenigen Exemplaren wurde eine Zucht gestartet und somit die knapp vor der Ausrottung stehende Art bewahrt. Für das andere Urrind, den Auerochsen, kam jedoch jede Hilfe zu spät. Von ihm starb 1627 das letzte Individuum.

1952 wurde die erste Wisentherde im Nationalpark Bialowieza wieder angesiedelt. 2013 kam im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge die erste deutsche Wisentherde zurück in die Natur. Diese hat sich von damals 8 ausgesetzten Tieren inzwischen auf 26 erhöht.

Das Wisent gilt als das größte Landsäugetier Europas. Es kann bis zu drei Meter lang werden und knapp 2 Meter hoch. Die beeindruckenden Männchen, mit ihrem charakteristischen Buckel, können bis zu einer Tonne wiegen. Die Weibchen leben gemeinsam in sogenannten Muttergruppen von bis zu zwanzig Kühen, Jungtieren und Kälbern.

Die Kraftpakete sind untereinander sehr friedlich. Die bis 200 km² großen Reviere überlappen sich häufig. Treffen sich Wisents verschiedener Gruppen, verhalten sie sich nicht nur freundlich, sie wechseln manchmal sogar die Gruppe. Geschlechtsreife Bullen schließen sich nur zur Paarungszeit im August bis Oktober den Herden an. Sind sie besonders paarungswütig, lassen Sie niemanden mehr an ihre Herzensdamen. Selbst kleine Vögel werden dann aggressiv vertrieben.

2017 wanderte das erste freilebende Wisent von allein aus Polen nach Deutschland ein. Zwei Stunden nachdem es entdeckt wurde, ist es von zwei örtlichen Jägern erschossen worden. Angeblich, weil es gefährlich gewesen sei. Der Kopf war aber als Jagdtrophäe abgeschnitten und präpariert worden. Die Anzeige diverser Organisationen ist ein Jahr darauf eingestellt worden.

Die größte Bedrohung für das Wisent sind und waren immer die Menschen. Auch heute noch werden immer wieder Tiere von Wilderern erlegt. Ebenso steckt sich das Wisent bei unseren Hausrindern mit Krankheiten an, was zu hohen Verlusten führt. Ein großes Problem ist zudem die niedrige genetische Variabilität. Bereits jetzt werden erste Erbkrankheiten durch Inzucht festgestellt.

Damit das Wisent in Deutschland wieder eine Zukunft haben kann, muss sein natürlicher Lebensraum wiederhergestellt werden. Große zusammenhängende Wälder mit extensiver Forst- und Landwirtschaft würden auch anderen einst heimischen Landsäugern, wie z.B. dem Elch zugutekommen.