Wildtier des Monats April

Die Wildbiene

Summ, summ, summ! Bienchen summ herum!
Ei, wir tun dir nichts zu leide, flieg nur aus in Wald und Heide!

Gemeint ist mit diesem tierlieben Text eines bekannten Kinderliedes vermutlich die Honigbiene. Dabei kann kaum jemand unterscheiden, ob das, was im Garten fliegt eine Honigbiene oder eine Wildbiene ist. Etwa 570 Wildbienenarten gab es mal in Deutschland und etliche sehen der Imkerbiene zum Verwechseln ähnlich. Leider sind 39 Arten bereits ausgestorben. Ihre optische Vielfalt ist enorm. Die kleinste Biene ist 2 mm klein, eher wie eine Fliege. Die dickste Biene ist uns als „Hummel“ bekannt. Auch ihre Nester bauen sie völlig unterschiedlich. Manche mörteln freischwebende Lehmnester, andere bauen in flache Böden oder an Wänden, weitere nutzen Käfergänge oder knabbern selbst welche in altes Holz.

Die meisten Wildbienenarten sind allerdings nicht so gesellig wie ihre Verwandte. Sie leben lieber allein. Ist der Nistort aber besonders gut, treffen sich auch viele einzelne Weibchen an ein und denselben, tollen Nistplatz. Um ihren Nachwuchs kümmert sich aber jede selbst. Wildbienenweibchen sind besonders fleißig, sie bauen die Nistplätze ganz allein, legen ihr Ei, hinterlassen genug Pollen und Nektar fürs Erwachsenwerden und verschließen den Eingang räubersicher. Dies macht jede Biene bis zu 40 Mal hintereinander - zumindest die Meisten. 24 % aller Wildbienen sind eher faul. Sie sind Schmarotzer, sogenannte Kuckucksbienen, die ihre Eier in die bereits fertigen Nester anderer Bienen legen. 

Wildbienen sind übrigens völlig harmlos. Vor allem Einsiedlerbienen stechen eigentlich nie, da das Risiko selbst dabei zu sterben zu groß wäre. Der Stachel kleinerer Arten kommt nicht durch unsere Haut. Männliche Bienen können außerdem gar nicht stechen.

Wildbienen sind vor allem dadurch gefährdet, dass die Wildblumenvielfalt immer weiter zurückgeht. Viele Bienenarten sind nur auf eine bestimmte Blume spezialisiert. Stirbt diese aus, stirbt auch die Biene. Zu aufgeräumte Gärten, Pestizide und ein monotoner Rasen gefährden die nützlichen und friedlichen Wildbienen. Auch hier gilt: Haltet eure Gärten vielfältig und wild, damit ihr diesen gefährdeten Tieren einen Lebensraum bieten könnt.