TIERHEIM BIS AUF WEITERES GESCHLOSSEN

Aufgrund der Covid-19 Pandemie bleibt unser Tierheim bis auf Weiteres für Besucher geschlossen.
Tiervermittlung und Beratung finden telefonisch bzw. nach Terminvereinbarung statt.

Ab sofort haben wir feste Telefonzeiten für die Tiervermittlung (Anfragen, Beratung und Terminvergabe). Die Tierhäuser sind täglich (außer an Feiertagen) von 13.00 bis 16.00 Uhr erreichbar:
Hundehaus 1: 089 / 921 000 26, Hundehaus 2: 089 / 921 000 20, Hundehaus 3: 089 / 921 000 51, Hundehaus 4: 089 / 921 000 56, Hundequarantäne: 089 / 921000 43
Katzenhaus OG: 089 / 921 000 36, Katzenhaus EG: 089 /921 000 825
Kleintiere EG (Kaninchen, Meerschweinchen): 089 / 921 000 53, Kleintiere OG (Vögel, Kleinnager): 089 / 921 000 52

Zum Schutz vor Infektion ist die ehrenamtliche Mithilfe (auch das Gassigehen) momentan leider nicht möglich. Auch Sachspenden können wir bis auf Weiteres nicht mehr annehmen.

Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres auch keine Schülerpraktikanten eingestellt werden können!

In Notfällen und im Falle von Fundtieren melden Sie sich bitte telefonisch hier:

Kleintiere:
089 / 921 000 53
Katzen:
089 / 921 000 820
Wildtiere:
089 / 921 000 76
Bereitschaftsdienst (von 17:00 – 20:00 Uhr):
0179 / 9815974

Foto: Klaus Roggel

Foto: Klaus Roggel

Foto: Kent Hagan

Foto: Paul Artigas

Wildtier des Monats

August 2019: Der Mauersegler

Sie sind die Meister unter den Fliegern. Kein Vogel verbringt so viel Zeit in der Luft wie der Mauersegler. Fressen, Trinken, die Paarung und sogar das Schlafen finden im Flug statt. Lediglich zum Brüten setzen sich Mauersegler ab. Diese Zeit umfasst etwa 2 Monate. Die restlichen 10 Monate verbringen die Vögel zu 99% im Dauerflug. Bis zu 200 km/h schnell können sie mit ihren sichelförmigen Flügeln im Sturzflug werden und dabei beeindruckende Manöver fliegen. Die Nächte verbringt sie einzeln oder in Schwärmen in Höhen von 400 bis 3600 Metern.

Sie ernähren sich zu 100% von Insekten und folgen dabei wetterabhängig dem Insektenflug. Nähert sich eine Wetterfront, fliegen sie vor dieser in bis zu 600 km entfernt her und umfliegen sie anschließend um zum Ausgangsort zurückzukehren. Oft waren sie dabei bis zu 2000 km entfernt. Ältere Nestlinge können solche Hungerperioden bis zu zwei Wochen überstehen, indem sie ihre Körperfunktionen auf ein Minimum reduzieren und in eine Art Starre verfallen. Auch Altvögel können damit eine nicht umfliegbare Unwetterfront dicht gedrängt in Felsnischen überleben, kommen aber nur drei Tage ohne Nahrung zurecht.

Oft können Mauersegler zusammen mit Schwalben bei der Jagd beobachtet werden. Tauchen Greifvögel auf, bilden beide Arten zusammen einen großen Schwarm, der stets hinter oder über dem Angreifer bleibt und auch Scheinangriffe fliegt. Entfernt sich der Greifvogel, wird er sogar noch eine Weile verfolgt.

Brutpaare sammeln gefangenen Insekten in ihrem Kehlsack und verfüttern sie als festen Ballen an die Jungvögel. Ursprünglich waren Mauersegler Felsenbrüter oder Baumbrüter. Da es die benötigten über 100 Jahre alten Baumbestände aber kaum noch gibt, sind sie als Kulturfolger in Dachnischen und Mauerspalten von Gebäuden anzutreffen. Weil in den Bruthöhlen wenig Platz zum Üben ist, die Jungen aber gleich ab dem ersten Flug bis zur Geschlechtsreife mit zwei Jahren dauerhaft fliegen, trainieren sie ihre Flügel im Nest mit einer Art Liegestützen.

Ende Juli bis Mitte August zieht es die Mauersegler in ihre Überwinterungsgebiete nach Süd- und Mittelafrika, von wo sie erst Ende April zurück kehren. Sie sind Langstreckenzieher und benötigen allein für ihre Reise etwa je 3 Monate. Dennoch können Mauersegler bis zu 20 Jahre alt werden.

Den Namen „Mauersegler“ verdankt der wendige Vogel seinem oft an Mauern entlangführenden Segelflug. Der lateinische Name „Apus apus“ bedeutet „fußlos“ und spielt dabei auf die kleinen, verkrüppelt wirkenden Füße an, die im Flugbild kaum zu sehen sind. Diese Entwicklung ist Teil der extremen Anpassung des Mauerseglers. Die mit scharfen Krallen besetzten Füße sind zum Sitzen oder Laufen kaum geeignet, dafür sind sie perfekt, um sich beispielsweise an Mauern festzuhalten oder zu klettern. Am Boden können sich Mauersegler nur recht unbeholfen fortbewegen. Gesunde Mauersegler sind aber durchaus in der Lage, vom Boden aus wieder zu starten, sofern die Flugbahn lang genug ist. Ebenso können sie geeignete Oberfläche hinauf klettern, um von dort aus loszufliegen.

Im Sommer fallen bei großer Hitze viele Mauerseglerjunge aus ihren Brutnischen unter Dächern, da sie vor der tödlichen Hitze dort fliehen. Solche Tiere sollten dringend bei Experten abgegeben werden.

Mauersegler leiden unter dem Verlust ihrer Nistmöglichkeiten durch fehlende Altbaumbestände und moderner Baumaßnahmen, die keine Brutnischen mehr zulassen. Zudem sind sie die direkten Leidtragenden des zunehmenden Insektensterbens, ausgelöst durch naturferne Landwirtschaft, Insektiziden, aber auch zu sterilen Gärten. Wer diesen Meisterfliegern helfen will, sollte Wildnis und viel Unterschlupf für Insekten in seinem Garten zulassen.