Wildtier des Monats

März 2019: Der Feuersalamander

Es wird wärmer und die Amphibien erwachen. Kein heimisches Amphib ist dabei so sagenumwoben wie der Feuersalamander. Im 1. Jh. n. Chr. glaubte man er sei ein boshaftes Gifttier, welches ganze Völker vernichten könne und mit seinem Gift absichtlich Brunnen, Früchte und Holz vergifte um Menschen zu töten. 
Ebenso sah man den Feuersalamander unter brennenden Häusern hervorkriechen und nahm an, dieser hätte das Feuer verursacht. Zum Glück ist man heute weit weniger abergläubisch und weiß, dass die Tiere weder boshaft sind, Feuer legen oder löschen können, noch Gift produzieren welches einen Menschen töten könnte. Giftig ist unser größter Vertreter der Schwanzlurche allerdings schon. „Salamandrin“ heißt das Gift und kann bei Fressfeinden zu Krämpfen und Herzrhythmusstörungen führen. Ebenso dient es als Antibiotikum und hält Infektionen von der feuchten Haut fern.

Damit der gierige Räuber das Gift auch nicht vergisst, haben die langsamen schwarzen Salamander ein gelbes Fleckenmuster als Warnhinweis. Neben dieser gefleckten Variante, die in Mittel- und Osteuropa vorkommt, gibt es auch die gestreifte Unterart, die in West- und Mitteleuropa verbreitet ist. In Deutschland gibt es Regionen in denen beide Unterarten gleichzeitig auftreten, z.B. im Rhein-Main-Gebiet. Warum in Westeuropa eher ein Streifenmuster angesagt ist und in Osteuropa eher ein Fleckenmuster, wissen wir nicht. 

Im Gegensatz zu anderen Amphibien schlüpfen die Larven bereits im Mutterleib und werden erst danach ins Wasser gegeben und sich selbst überlassen. Bei der Paarung zeigen sich die Salamander verkuschelt, das Männchen schiebt sich unter das Weibchen und umklammert ihre Vorderbeine. So umschlungen verbringen sie zumindest einige Augenblicke.

Feuersalamander können sehr alt werden. In der Wildbahn wurden Tiere mit über 20 Jahren gefunden, in der Gefangenschaft sogar ein über 50 Jahre altes Exemplar. Trotz Zerstörung und Zerschneidung der Lebensräume wie feuchten Laubmischwäldern, Begradigung, Verschmutzung und Trockenlegung der Flüsse, Bäche und Quellen lebt ein großer Anteil der Weltpopulation der Feuersalamander in Deutschland. Wir tragen deshalb international eine besondere Verantwortung für die Erhaltung des Feuersalamanders. Eine zusätzliche Bedrohung besteht durch einen tödlichen Hautpilz namens „Salamanderfresser“, der ursprünglich aus Ostasien stammt und vermutlich über Terrarien Tiere eingeschleppt wurde. In Bayern wurde dieser Pilz noch nicht nachgewiesen, deshalb ist es wichtig auch Terrarien Tiere niemals in der Natur auszusetzen. Sie gefährden unsere heimischen Arten.