Süße Racker in der Wildtierstation

 

Drei niedliche Marderjungtiere sind diese Woche in der Wildtierabteilung im Tierheim abgegeben worden. Ein Steinmarder und ein Hermelin wurden von Passanten gebracht, ein weiterer Steinmarder von der Tierrettung. Alle drei Tiere sind ohne Mutter aufgefunden worden.

Obwohl diese Marderarten miteinander verwandt sind, unterscheidet sich ihr Verhalten stark. Während Steinmarder erst mit zwei Jahren geschlechtsreif werde, können Hermelinweibchen schon nach zwei Monaten, während sie selbst noch von der Mutter abhängig sind, trächtig werden. Das männliche Hermelin ist erst mit einem Jahr geschlechtsreif. Hermelinnachwuchs beginnt schon feste Nahrung zu sich zu nehmen und frisst selbständig, während die Augen noch geschlossen sind. Dazu erbrechen die Elterntiere bereits zerkauten Brei vor die Nase ihres Nachwuchses. Auch unser Tierheim-Hermelin war in diesem Alter, unsere Pfleger haben aber auf das Erbrechen verzichtet und lieber einen Brei angerührt. Das Hermelin ist unser zweitkleinstes heimisches Raubtier. Bekannt ist es durch sein weißes Wintertarnfell mit der schwarzen Schwanzspitze geworden. 

Steinmarder hingegen fressen erst selbstständig, wenn ihre Augen bereits geöffnet sind und knappern zum Lernen an von der Mutter erlegter Beute. Im Sommer ernähren sich Steinmarder jedoch hauptsächlich von Obst. Die beiden Steinmarder aus dem Tierheim München wurden in die Nähe von Abensberg zu einer Steinmarderauffangstation gebracht. Dort werden die Tiere fachmännisch betreut, mit Artgenossen vergesellschaftet und sanft in Fünfergruppen ausgewildert. Eine sanfte Auswilderung bedeutet, dass die Tiere erst nach vollständiger Jagdfähigkeit ausgewildert und über den Winter weiter mit Futter versorgt werden. Die Expertin empfiehlt übrigens Steinmarder und Baummarder nicht miteinander aufzuziehen und auszuwildern, da auch diese zwei Arten sich im Verhalten und ihren Bedürfnissen stark unterscheiden. Der Hermelin ging zu einer Expertin nach München.