Igelkinder in Gefahr!

Im August und September ist Gartenzeit und Zeit der Bauarbeiten. Bald werden wieder Container verrückt, Baumaterial gelagert und später verschoben werden. August und September ist aber auch die Hauptzeit der Igelbabys. 80% der Igel werden zu dieser Zeit geboren. Dafür bauen sich die Igelmütter an einem dunklen, ruhigen Ort ein Nest. Dies kann auch der Raum unter einer Palette oder der Spalt zwischen Container und Boden sein.

Wird das Baumaterial dann verschoben, kommt es oft zu tragischen Unfällen. Ganze Nester werden zerstört, die Tiere verletzt oder gar getötet und die Nester freigelegt, wodurch sie schutzlos Beutegreifern ausgeliefert sind. Über 40 verwaiste Igelbabys sind schon jetzt im Tierheim München und werden dort per Hand von den Pflegern aufgezogen. Ein ganzer Wurf verlor seine Mutter, weil diese beim Verrücken eines Containers zerquetscht wurde. Ein zweiter Wurf verwaiste, weil die Mutter bei Arbeiten mit einem Mähtraktor getötet wurde. Denn wenn die Hitze endet und der Regen zurückkehrt, wird auch wieder gemäht, Hecken geschnitten und Unkraut zu Leibe gerückt.

Der Tierschutzverein München bittet darum, jetzt besonders umsichtig und vorsichtig vorzugehen. Bitte seien Sie bei Gartenarbeiten behutsam, überprüfen Sie Büsche, Hecken oder sonstige geschützte Verstecke bevor Sie dort schneideen. Laufen Sie den Rasen vor dem Mähen ab, denn Igelmütter sind auch gerne am Tage unterwegs.

Diese Bitte geht auch an alle Bauarbeiter, die bei jedem Wetter so fleißig schuften. Muss Baumaterial verlagert oder transportiert werden, kann ein kurzer Blick darunter und in kleine Löcher schon Leben retten.

Wird ein Nest gefunden, kann dieses ganz vorsichtig an einen anderen geschützten Ort mit der Mama und den Babys verlagert werden. Optimal wäre es, wenn das Versteck stehen bleiben oder durch ein Ähnliches ersetzt werden kann, bis die Jungen aufgezogen sind und mit der Mutter auf Wanderung gehen.

Sollte doch ein verwaister Igelsäugling oder ein verletztes Tier gefunden oder gar ein Nest freigelegt werden, steht unsere Wildtierbiologin Lydia Schübel vom Tierschutzverein München e.V. mit Rat und Tat zur Seite. Sie erreichen Sie unter Tel.: 089 / 921 000-14.