GANS ARME GÄNSE❗️

Kommenden Montag, am 11. November wird Sankt Martin gefeiert - mit Martinsbräuchen. 90% aller Gänse werden in den letzten Monaten des Jahres verspeist.

Dabei kennt kaum jemand den Zusammenhang des Gänseessens mit dem Heiligen Martin von Tours: Der Legende nach sollte der Heilige Martin zum Bischof geweiht werden. Da er sich selbst als des Amtes unwürdig ansah, versteckte er sich in einer Schar von Gänsen. Da begann das Federvieh laut zu schnattern, verriet Martin und dieser wurde noch am gleichen Tag zum Bischof geweiht. Gedankt wurde diese liebenswerte Aktion den Tieren nicht, denn der Gänsebraten ist einer der begehrtesten Gerichte zu Ehren des Heiligen Martin. Leider machen sich noch immer viel zu wenige Verbraucher Gedanken darüber, mit welchem Leid der Genuss des Festtagsbratens verbunden ist.

Ein Großteil der Gänse stammt aus Haltungen in Polen, Ungarn oder Tschechien. Die Tiere leben dort größtenteils dicht gedrängt in engen und dunklen Ställen, haben weder Auslauf ins Freie, noch Zugang zu einer Wasserstelle. Baden, Gründeln oder die wichtige Gefiederpflege sind nicht möglich.

Die meisten der aus der Intensivhaltung stammenden Tiere sind völlig überzüchtet, damit sie in kürzester Zeit möglichst viel Fleisch ansetzen. Die Gänse sind eigentlich zu schwer für ihre Knochen. Knochendeformationen und Schmerzen können die Folge sein. Auch der Einsatz von Antibiotika ist gang und gäbe.

Der Deutsche Tierschutzbund und auch wir vom Tierschutzverein München möchten daher dazu anregen, eine vegetarische oder am besten vegane Alternative für das Feiertagsmahl zu wählen.

Wer trotzdem einen Gänsebraten kauft, sollte aber zumindest Produkte aus "artgerechter" Haltung mit Freilauf kaufen. Dabei sollte man auf die gesetzlich geschützten Kennzeichnungen „Auslaufhaltung", „bäuerliche Auslaufhaltung", „bäuerliche Freilandhaltung", „Bio-" ‚ oder „Ökogans" achten. Aber auch das ist leider keine Garantie für Tierwohl.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund

https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/fleisch/?fbclid=IwAR0hd-EIzIybeKGBIs23i0Sj6KXv7N5sjzOyK7l5ZfFvBF0QQ2MNadNtppY

Auch für Daunen müssen Gänse meist schlimme Qualen erleiden. Grundsätzlich ist jede Art des leider nachwievor erlaubten und praktizierten Lebendrupfes mit starken Belastungen und schmerzhaften Verletzungen verbunden. Die Tiere werden gefangen, festgehalten und umgedreht, eine für Vögel ungewohnte und im Allgemeinen lebensbedrohliche Position. Beim Rupfen werden auch die innervierten Federn mit ausgerissen und damit schmerzende Wunden verursacht.

Wir bitten alle Tierfreunde daher, auf den Kauf von Produkten mit Daunen möglichst komplett zu verzichten (es gibt genug Alternativen).

Wer trotzdem unbedingt Daunenartikel kaufen möchte, findet einige nützliche Infos zu Zertifikaten, die einen schonendERen Umgang mit den Tieren versprechen, hier auf der Homepage unseres Dachverbands: https://www.tierschutzbund.de/aktion/mitmachen/verbrauchertipps/federn-und-daunen/?fbclid=IwAR3Iq9oBfGEEkOXkFobJqzC5zd2Y3BC5B4yGfcdp4CMS-C03EdWgsVGVoyc  

Foto: JamesDeMers.