TIERHEIM BIS AUF WEITERES GESCHLOSSEN

Aufgrund der Covid-19 Pandemie bleibt unser Tierheim bis auf Weiteres für Besucher geschlossen. Tiervermittlung und Beratung finden telefonisch bzw. nach Terminvereinbarung statt.

Ab sofort haben wir feste Telefonzeiten für die Tiervermittlung (Anfragen, Beratung und Terminvergabe). Die Tierhäuser sind täglich (außer an Feiertagen) von 13.00 bis 16.00 Uhr erreichbar:
Hundehaus 1: 089 / 921 000 26, Hundehaus 2: 089 / 921 000 20, Hundehaus 3: 089 / 921 000 51, Hundehaus 4: 089 / 921 000 56, Hundequarantäne: 089 / 921000 43
Katzenhaus OG: 089 / 921 000 36, Katzenhaus EG: 089 /921 000 825
Kleintiere EG (Kaninchen, Meerschweinchen): 089 / 921 000 53, Kleintiere OG (Vögel, Kleinnager): 089 / 921 000 52

Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund der Corona-Krise bis auf Weiteres auch keine Schülerpraktikanten eingestellt werden können!

In Notfällen und im Falle von Fundtieren melden Sie sich bitte telefonisch hier:

Kleintiere EG
(Kaninchen, Meerschweinchen):
089 / 921 000 53
Kleintiere OG
(Vögel -keine Wildvögel, Kleinnager):
089 / 921 000 52
Hunde:
089 / 921 000 26

Katzen:
089 / 921 000 820
Wildtiere:
089 / 921 000 76
Bereitschaftsdienst (von 17:00 – 20:00 Uhr):
0179 / 9815974

Coronavirus-FAQs: Fragen und Antworten

Corona-Krise im Tierheim

Inwiefern ist von der Corona-Krise auch das Münchner Tierheim betroffen?

In den kommenden Tagen und Wochen rechnen wir mit einer verstärkten Neuaufnahme von Tieren von Corona-Patienten. Gleichzeitig gehen die Vermittlungen zurück, auch weil das Münchner Tierheim zur Sicherheit der Tierpfleger*innen seine Pforten für Besucher*innen schließen musste, um die Versorgung der Tiere zu sichern. Weil zudem davon auszugehen ist, dass die Spenden einbrechen, steht das Tierheim vor großen Herausforderungen. 


Wie hat sich das Tierheim auf die aktuelle Situation vorbereitet?

Wir haben bereits Anfang März erste Vorsichtsmaßnahmen getroffen und einzelne Mitarbeiter, bei denen berechtigter Verdacht einer Infektion mit dem Covid-19 Virus bestand, in freiwillige Heimquarantäne und Home-Office geschickt, um Kolleginnen und Kollegen vor Ansteckung zu schützen. 

Außerdem haben wir einen Notfallplan ausgearbeitet sowie die Voraussetzungen geschaffen, um die Infektionsgefahr bei uns im Tierheim möglichst gering zu halten und trotzdem die Versorgung unserer Tierheimtiere weiter gewährleisten zu können. Nach diesem Plan arbeiten wir jetzt seit 16. März, also seitdem das Bayerische Innenministerium den Katastrophenfall ausgerufen hat.


Welche konkreten Maßnahmen haben wir getroffen?

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat empfohlen, auch Events kleinerer und mittlerer Teilnehmerzahl wegen der Infektionsgefahr mit dem Coronavirus abzusagen. Aufgrund unserer Fürsorgepflicht für unsere Förderer und Tierfreunde haben daher natürlich auch wir alle unserer Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt, darunter unser Benefizkonzert im Hofbräukeller am Freitag, den 27. März 2020, unseren Kaffeeratsch Anfang April im Tierheim und auch unser allseits beliebtes Frühlingsfest, das am 18. April hätte stattfinden sollen.

Das reicht aber natürlich nicht aus. Um die Infektionskurve dieser sich exponentiell ausbreitenden Pandemie möglichst flach zu halten bzw. die Ausbreitung zu verlangsamen, hatten wir unser Riemer Tierheim zunächst nur am Wochenende und seit 16. März für Besucher geschlossen. 

Tiervermittlung und Beratung finden dennoch telefonisch bzw. nach Terminvereinbarung statt. Das KVR sowie das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege haben uns versichert, dass das Verlassen der eigenen Wohnung zur Abholung von Tierheimtieren unter "Versorgung von Tieren" fällt und nicht gegen die Ausgangsbeschränkungen verstößt. In Notfällen und im Falle von Fundtieren sind wir ebenfalls telefonisch erreichbar. 

Auf unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger passen wir besonders auf, denn sie brauchen wir ganz dringend, um die Versorgung unserer Tiere aufrecht zu erhalten. Deshalb haben wir den regulären Schichtplan verworfen und nun stattdessen die Pfleger in zwei Teams aufgeteilt, die jeweils abwechselnd und ohne Kontakt zueinander arbeiten. Insgesamt haben wir den Kontakt unter den Mitarbeitern, z.B. in Aufenthaltsräumen und den Kontakt mit Kunden/Interessenten stark reduziert. Zudem wird natürlich die mind. 1,5 m Abstandsregel und das häufige und gründliche Händewaschen praktiziert.


Ist das Gassigehen mit Tierheimhunden sowie die ehrenamtliche Mithilfe nach wie vor möglich?

Das ehrenamtliche Gassigehen ist bei uns leider nicht mehr möglich. Die Hunde werden von nun an von ihren PflegerInnen ausgeführt/beschäftigt. Die ehrenamtliche Arbeit in den anderen Tierhäusern haben wir momentan komplett eingestellt, um sowohl Tierpfleger als auch Ehrenamtliche vor Ansteckung zu schützen.


Was sollte man in Anbetracht der Virusgefahr gegenüber den Vierbeinern beachten?

Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass Haus- oder Nutztiere an SARS-CoV-2 erkranken oder es übertragen können. Das Einhalten grundsätzlicher Hygieneregeln wie Händewaschen sollte sowieso beachtet werden. Weitere Maßnahmen wie eine strikte Trennung oder Quarantäne von Hunden und Katzen wird derzeit nicht vom Friedrich-Löffler-Institut (FLI) empfohlen. Somit sind auch keine Atemmasken oder Desinfektionsmittel für Tiere notwendig.

Es stimmt, dass es Coronaviren auch bei Hund und Katze gibt. Dennoch besteht kein Grund zur Beunruhigung. Bereits seit Jahren gibt es Coronaviren bei Hunden und Katzen: beim Hund als milde Durchfallerkrankung, bei der Katze als Auslöser der Felinen Infektiösen Peritonitis (FIP). Diese Coronaviren sind allerdings nicht mit dem aktuellen Virus assoziiert. Beides sind Alpha-Coronaviren während das aktuelle SARS-CoV-2 zu den Beta-Coronaviren zählt. Es handelt sich also um grundverschiedene Erkrankungen.


Brauchen wir angesichts der Lage Verstärkung im Team?

Wir freuen uns natürlich über Anteilnahme, aber momentan sind wir mit unserem Notfallplan gut aufgestellt und können zum Schutz aller ohne ehrenamtliche Unterstützung auskommen. Sollte Bedarf entstehen, haben wir gottseidank ein paar verlässliche Tierheimfreunde, die wir um Aushilfe bitten können. Eventuell könnten wir auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen vorübergehend in der Tierpflege einsetzen.


Werden vermehrt Tiere abgegeben, weil Menschen Angst haben, dass ihre Tiere infiziert sind?

Im Münchner Tierheim haben wir bislang gottseidank noch keine gestiegenen Tierabgabe-Zahlen zu verzeichnen und auch keine derartigen Anfragen. Trotzdem möchten wir folgende wichtige Info möglichst breit streuen: Es gibt weiterhin keine Hinweise darauf, dass Haustiere ein Corona-Infektionsrisiko für den Menschen darstellen. Nach allem, was wir derzeit wissen: Tiere sind keine Gefahr! Bitte nicht verstoßen!


Was passiert mit Haustieren von Menschen, die in Hausquarantäne müssen? 

Wer unter Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr nach Draußen zum Gassigehen – daher sollten Tierhalter möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten. Menschen mit direktem Gartenzugang können ihren Hund oder Katze rauslassen ohne selbst das Haus zu verlassen. Reine Wohnungskatzen werden wie gehabt versorgt. Wer keinen Garten hat, sollte am besten gesunde Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte kontaktieren, um mit seinem/ihren Hund spazieren zu gehen. Dabei muss natürlich besonders auf die vorgegebenen Hygieneregeln geachtet werden, um eine Übertragung der möglichen eigenen Infektion zu vermeiden. 

Eine vorübergehende Abgabe während der Quarantäne von 14 Tagen in ein Tierheim oder eine Tierpension sollte nur dann erfolgen, wenn es gar keine andere Möglichkeit zur häuslichen Betreuung gibt. Ein Orts- und Personenwechsel könnte ansonsten für viele Tiere großen Stress darstellen. Über die sozialen Medien wurden bereits Einkaufs- und Gassiservices privat organisiert.

Im Notfall, zum Beispiel, wenn jemand ins Krankenhaus muss, seine Haustiere selbst nicht mehr versorgen kann und auch im persönlichen Umfeld keine Hilfe findet, nehmen wir Tiere natürlich auch im Tierheim auf.

[Wir berufen uns auf Informationen der WHO, des RKI, des FLI und des Deutschen Tierschutzbundes. Bezüglich der Aufnahme von Tieren möglicherweise erkrankter Personen oder solcher mit Coronaverdacht in unser Tierheim haben wir uns zusätzlich beim Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt rückversichert.]


Blick in die Zukunft - Wie geht das Tierheim in die kommenden Wochen? Sind weitere Maßnahmen geplant?

Aktuell haben wir keine weiteren Maßnahmen geplant. Natürlich müssen wir abwarten, wie sich die Lage entwickelt und mögliche weitere Maßnahmen an evtl. neue wissenschaftliche Erkenntnisse anpassen. Wir können, wie alle anderen Menschen auch, nur unser Bestes tun, um die Infektionskurve abzuflachen und hoffen, dass die Neuerkrankungen bald zurückgehen und sich die Lage wieder entspannt. 

Statt mit Veranstaltungen und Aktionen Spenden zu sammeln, auf die wir zum Betrieb unseres Tierheims dringend angewiesen sind, werden also vermutlich bald noch mehr Tiere als sonst zu versorgen sein. Wir stehen natürlich trotzdem für alle Tiere in Not und ihre Halter ein und versuchen zu helfen, wo wir können. Wir wissen, dass auch viele andere Menschen gerade Angst um ihre Gesundheit haben und die Corona-Krise zudem finanzielle Probleme mit sich bringt. Trotz der bedrückenden Lage hoffen wir natürlich auf die Unterstützung von Tierfreunden.