Bitte gebt Acht auf brutwillige Enten!

Auf dem Weg zu einer Corona-Teststation rettete unser Fahrdienst Christian ganz nebenbei eine Entenfamilie mit zwölf Küken. Als er am 14. April gegen 11.00 Uhr auf der Wasserburger Landstraße fuhr, sah er in Höhe Hagebaumarkt eine komplette Entenfamilie auf der Fahrbahn watscheln. Schnell schlüpfte er in die Rolle eines Bodyguards und lenkte die dreizehnköpfige Entenschar geschickt an einen sichereren Ort. 

In der Zwischenzeit bekam er Verstärkung durch unseren Tierschutzinspektor Stefan. Die Mama hackte zwar ein paar Mal in Christians Schuh, um ihm scheinbar deutlich zu machen, dass er gefälligst vorsichtig mit ihren Kindern umgehen soll – ließ sich aber dennoch ohne großes Sträuben samt ihren zwölf Flauschkugeln einfangen und ins Tierheim bringen.  

Die putzige Familie muss nun etwas Zeit bei uns verbringen, da die Jungtiere gerade mal ein paar Tage alt sind. Gestärkt und auf ein neues und vor allem sicheres Zuhause vorbereitet, werden die Dreizehn dann zeitnah von unseren Tierschutzinspektoren ausgewildert. 

Unsere Bitte an euch:

Da aktuell wieder die Brutzeit der Wildenten beginnt, bitten wir alle Tierfreunde um besondere Aufmerksamkeit und um Mithilfe! 

Durch die zunehmende Bebauung und den Verlust von Schilfgürteln um die Münchner Gewässer sowie wegen massiven Störungen durch freilaufende Hunde oder „Partygäste“ an den Ufern findet das heimische Wassergeflügel immer weniger geeignete Brutplätze. 

Was macht also eine einfallsreiche Ente? Sie zieht um und baut ihr Nest an scheinbar besser geschützten Orten. Gerade auf Balkonen, Dachterrassen und sonstigen mehr als ungünstigen Stellen suchen die Wildentenmamis einen Brutplatz. Dieser kann aber schnell zur tödlichen Falle für ihre Kinder werden!

Das Problem beginnt, wenn die Eier ausgebrütet sind: Spätestens drei Tage nach Beginn des Schlüpfens sollen die Küken instinktiv von ihrer Mutter an das nächstgelegene Gewässer geführt werden. Aber: Der Nachwuchs kann zwar bereits schwimmen, allerdings noch nicht fliegen! Ohne menschliche Hilfe werden damit viele Balkone, Flachdächer oder Ähnliches zu tödlichen Fallen. Die Jungtiere würden, wenn sie nach dem Schlüpfen ihrer Mutter folgen, in den sicheren Tod stürzen. Die andere Variante wäre auch nicht besser: Die Küken würden zurückbleiben, ohne die Obhut der Mutter elendig verhungern oder Fressfeinden, wie beispielsweise Krähen, als Futter dienen. 

Deshalb unsere große Bitte: Verscheucht brutfähige Enten auf gefährlichem Gelände, solange sie noch keine Eier gelegt haben. Sobald sich die Ente ein ruhiges Plätzchen gesucht hat, wird es täglich schwieriger, sie vom Eierlegen abzuhalten. Sind bereits Eier vorhanden, wartet bitte die Brutzeit ab und verständigt unsere Tierschutzinspektoren, sobald die Küken flügge werden.

Ihr erreicht unsere Inspektoren unter Tel.: 089 / 921 000-14 bzw. -33. Vielen Dank für eure Mithilfe!