Aus dem Tierheimalltag

Auch wir haben seit Beginn der Corona-Beschränkungen mit einer erheblich erhöhten Nachfrage vor allem nach jungen Hunden und Katzen zu tun.
Unverständnis darüber, dass wir nicht jedem zu jeder Zeit genau das gewünschte Tier (Alter, Rasse, Eigenschaften) „anbieten“ können, schlägt uns nicht erst seit Corona entgegen, häuft sich aber natürlich durch die gestiegenen Anfragen. 

Den Vorwurf, eigentlich gar keine Tiere vermitteln zu wollen, überzogene Ansprüche an die Haltung zu stellen und es den gutmeinenden Interessenten so völlig unmöglich zu machen, ein Tier zu „retten“, kennen wir zur Genüge. Deshalb sind wir auch am illegalen Welpenhandel schuld, nicht etwa die Käufer, die für die entsprechende Nachfrage sorgen oder gar die Händler selbst, die für den Profit über Leichen gehen.

Besonders nach Beschlagnahmungen der zahlreichen illegalen (Welpen-) Transporte aus dem Ausland stehen die Telefone nicht still. Trotz deutlicher Kommunikation nach außen, dass die Tiere vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden, meist zunächst in Quarantäne sitzen und vom Amt erst noch entschieden wird, ob wir die Tiere vermitteln dürfen, bestehen die Interessenten darauf, einen Hund (ungesehen!) zu reservieren oder doch zumindest auf eine (nicht existierende!) Warteliste aufgenommen zu werden. Dass das Führen einer Warteliste einen für ein Tierheim nicht leistbaren Aufwand bedeuten würde, stößt häufig auf Unverständnis. 

Das Tierheim wird als Dienstleister betrachtet, der die Kundenwünsche bestmöglich zu bedienen hat, die Tiere als Ware, die Beschlagnahmung eines Transports wegen eklatanter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz als reine Lieferverzögerung. Für letztere wird dann das Tierheim verantwortlich gemacht, in dem die Tiere untergebracht werden.