Wildtier des Monats Dezember

Die Rauhautfledermaus

Sie gehören zu unseren kleinsten Fledermausarten, sind aber gewiss eine der Sportlichsten und Taffsten. Ende April zieht es die nur 6 cm kleine Rauhautfledermaus in Richtung Nordost in ihre Sommerquartiere. Im August kommt sie dann zurück in ihre Winterquartiere. Dabei legt das kleine Tierchen mit nur 10 Gramm Körpergewicht bis zu unglaubliche 1000 Kilometer zurück.

Viele dieser Wunderzwerge überwintern auch bei uns und suchen sich dafür Baumhöhlen, Höhlen, Felsspalten, oder Mauerrisse. Dort tun sie, was manche von uns auch sehr gerne tun würden: sie verschlafen die kalte Jahreszeit. Wird die Rauhautfledermaus jedoch während ihres Winterschlafs gestört, dann kann sie auch bei Minusgraden starten. Dafür braucht sie nur einen kurzen Moment, um sich selbst zu wärmen. Sogar fliegen kann sie bei unter 0 Grad. Dies kostet aber sehr viel Energie und unter Umständen auch ihr Leben.

Häufig verschläft sie den Winter auch in unseren Holzstapeln. Bitte achten Sie auf die kleinen Fledermäuse, wenn Sie Ihr Holz zum Verheizen holen. Sollten Sie dort eine Fledermaus finden und sie scheint unverletzt, so kann sie einfach in einen anderen Holzstapel gesetzt werden. Sie wird dort selbst langsam hineinkriechen. Am besten wäre hier ein trockener, zweireihiger Holzstapel mit einer Wand und einer Überdachung.

Auch sonst werden im Winter immer wieder erschöpfte Fledertiere gefunden, die es nicht geschafft haben, ihr Winterquartier zu wechseln bevor ihnen die Energie ausgegangen ist. In solchen Fällen gilt es, das Tierchen schnell ausbruchssicher zu verwahren und unsere Wildtierstation im Tierheim Riem oder Frau Kistler vom Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) zu kontaktieren.

Bitte denken Sie unbedingt daran, dass Fledermäuse unsere einzigen Wildtiere sind, die noch eine Form der Tollwut übertragen können. Deshalb müssen Fledermäuse unbedingt mit einem Handtuch oder Handschuh angefasst werden. Werden Sie gebissen, gefährdet Sie damit nicht nur sich selbst, auch die Fledermaus muss dann in den meisten Fällen aus Seuchenschutzgründen eingeschläfert und untersucht werden.